Full text : Die Schweiz

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Bewässerung

Landesprodukte

Sonnenstrahlung  so  wirksam  wie  in  den  südlichen  Alpentälern. ­
  In  den  Hochsommertagen  strahlen  die  sonnendurchglühten
  Felswände  noch  lange  nach  Sonnenuntergang
die  Wärme  zurück,  so  daß  oft  erst  um  Mitternacht  die
Kühle  eintritt.  Dem  landesunkundigen  Besucher  verrät
sich  die  Trockenheit  des  mittleren  Wallis  schon  durch  die
mächtige  Staubschicht  der  Landstraßen  und  durch  die
Kahlheit  der  ausgedörrten  Felshalden.  Unter  der  versengenden ­
  Glut  der  Sonne  wachsen  auf  dem  trockenen
Felsgrund  kleinblättrige  Gestrüppe  und  Pflanzen,  die
durch  ein  Haarkleid  die  Verdunstung  mindern  oder  in
fleischigen  Blättern  Feuchtigkeit  aufspeichern.  Die  Trockenheit ­
  macht  künstliche  Bewässerung  nötig.  Lange  Leitungen,
die  Wasserfuhren  oder  „dissss",  mit  staunenswerter
Kühnheit  den  Schutthalden  und  senkrechten  Felswänden
entlang  und  über  Schluchten  hinweg  angelegt,  führen
von  den  Gletschern  des  Talhintergrundes  oder  aus  Bergseelein ­
  das  Wasser  zu  den  Getreidefeldern  und  zu  den
Bergwiesen  hinaus.  Sogar  der  Weinstock,  der  in  der
übrigen  Schweiz  eher  unter  zu  großer  Feuchtigkeit  leidet,
muß  hier  bewässert  werden.  Der  gemeinschaftliche  Unterhalt ­
  und  die  gemeinschaftliche  Nutzung  der  Wasserfuhren
nach  den  genau  befolgten  Satzungen  des  Wasserrechtes
stärken  in  hohem  Maße  den  Zusammenhalt  der  Gemeindeglieder. ­

Bis  zur  Höhe  von  1000  in  über  Meer  sind  an
den  sonnigen  Halden  terrassenartig  ausgemauerte  Weinberge ­
  angelegt.  Der  heiße  Sommer  kocht  hier  jene  süßen
Trauben,  die  in  Menge  in  die  übrige  Schweiz  versandt
oder  zu  dem  vorzüglichen,  schweren  Walliserwein  gekeltert
werden.  Die  Obstgärten  des  untern  Wallis  versorgen
die  ganze  Schweiz  mit  einem  Reichtum  von  edlen  Früchten,
Aprikosen,  Pfirsichen,  Äpfeln  und  Birnen;  die  Gemüsefelder ­
  auf  der  Schlammerde  der  Rhoneebene  liefern  die
bekannten  Walliser  Spargeln.  Inmitten  des  Überflusses
an  Früchten  gewinnt  die  Konservenbereitung  einen  stets
wachsenden  Wert.  An  den  Halden  des  Rhonequertales
            
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