Full text : Die Schweiz

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breiten  sich  die  Maisfelder  aus,  die  den  Landesbewohnern
die  Nationalspeise,  die  „potente,“,  liefern.  Überall  hat
der  Wald  stark  unter  Verwüstung  gelitten;  das  vermehrt
die  Wildbachgefahr.  Im  südlichen  Tessin  sind  die  Gehänge ­
  weithin  mit  Buschwald  verkleidet.  Auf  den  Höhen
wandert  man  stundenlang  durch  bunt  gemischtes  Niederholz ­
  von  Kastanien,  Eichen  und  Haselbüschen,  das  erst
am  Fuße  des  Berges  von  hochstämmigen,  knorrigen  Kastauienbäumen
  abgelöst  wird.  Der  Buschwald  überzieht
die  Berge  mit  einem  sammetartigen,  grünen  Schimmer,
der  die  zahllosen  Wasserrinnen  der  Gehänge  und  die
Bergumrisse  mit  aller  Schärfe  zeichnet,  während  der
Hochwald  als  dicker  Mantel  die  Formen  des  Untergrundes
verhüllt.
Ackerbau  Beim  Vorwiegen  steiler  Halden  und  eines  stark
zerstückelten  Bodens  ist  der  Ackerbau  erschwert;  er  gehört
fast  ausschließlich  in  den  südlichen,  tiefer  liegenden  Kantonsteil. ­
  Während  in  der  Ebene  der  Mais  in  ganzen  Feldern
reift,  können  am  terrassierten  Steilhang  nur  schmale,  ausgemauerte ­
  und  schwer  zugängliche  Riemen  bebaut  werden.
Vielfach  liegt  der  Ackerbau  den  Frauen  und  Kindern  ob,
da  die  Männer  scharenweise  als  Bauarbeiter  nach  den
Bauplätzen  der  Nordschweiz  wandern  und  nur  wenige
Wintermonate  bei  ihrer  Familie  zubringen.  Daneben
Auswanderung  besteht  eine  eigentliche  Auswanderung;  die  Tessiner  ziehen
als  Südfrüchtehändler  über  die  Alpen,  oder  sie  finden  in
Argentinien  oder  in  den  Vereinigten  Staaten  eine  neue
Heimat.
Granit-  und  Der  nördliche  und  größere  Kantonsteil  besteht  aus
Gneisindustrie  (grcmip  und  Gneisgebirgen,  die  seit  dem  Bau  der  Gotthardbahn ­
  in  zahlreichen  Steinbrüchen  einen  hochgeschätzten
Baustein  liefern.  Am  wichtigsten  sind  die  Brüche  an  der
Gotthardlinie  selbst.  Dem  Reichtum  an  Baustein  entsprechen ­
  die  massiv  gebauten  Häuser  mit  flachen,  gneisplattenbedeckten ­
  Dächern;  sie  drängen  sich  um  den  italienisch
Bauten  anmutenden  Campanile  (Glockenturm)  und  schließen  an
den  Berghalden  enge  und  holperige  Dorfgassen  ein.
            
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