190
Haslital
Alpen mit den Walliser Alpen war schon einmal die
Rede (Seite 7). Die Hauptgipfel der stark vergletscher
ten Stammkette entsenden seitliche Ketten, die Voralpen,
nordwärts zum Brienzer- und Thunersee in der Aaretal
furche; zwischen den Bergzügen dringen die Seitentäler
der Aare an den Hauptkamm des Gebirges heran. Die
Gipfel fallen mit gewaltiger Steilwand zu den Tal
hintergründen und zu den Voralpen ab, die meist mit
einer Einsattelung an die Hauptkette anschließen und
nirgends in die Schneeregion hinausragen. Die Schnee
grenze befindet sich in den Berner Alpen bei 2900 in. Der
Nadelwald verkleidet die Berghalden, erreicht aber durch
schnittlich bei 1800—1900 in seine obere Grenze; die
Kämme der Voralpen liegen in der Weidenregion.
Der Oberlauf der Aare liegt im östlichsten der
zahlreichen Quertäler des Berner Oberlandes, im Hasli-
tal. Nahe der Grimselstraße, die über eine bequeme
Einsattelung der Hauptkette hinweg den Zugang zur
■ Nhonequelle gewinnt, entspringt die Aare an den moränen
bedeckten Eiszungen des obern und des untern Aare
gletschers, die vom höchsten Gipfel der Berner Alpen,
dem Finsteraarhorn, 4275 in, herabsteigen. Die Um
gebung des Grimselhospizes zeigt in den geschrammten
und zu Rundbuckeln niedergeschliffenen Felspartien in
schönster Weise die Tätigkeit der eiszeitlichen Gletscher.
Der obere Teil des in seinem ganzen Verlauf stufen
förmig fallenden Haslitals ist eine öde Felsenwildnis,
eingebettet zwischen den vereisten Bergmassen des Lauter-
aarhorns 4043 ni, der Schreckhörner 4080 m und des
Wetterhorns 3703 in im Westen und der Gruppe des
Dammastockes und der Tierberge 3446 in im Osten.
Das starke Gefälle des Talflusses wird künftig einein
großen Kraftwerk dienstbar gemacht, das die wilde Schön
heit der Landschaft, im besondern den Handeckfall, zu
beeinträchtigen droht. Das oberste Dorf ist Guttannen.
In der Talweitung von Jnnertkirchen mündet der
Gadmenbach, dessen Quellen an den Eisfeldern des