Full text : Die Schweiz

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kritzt,  geschliffen  oder  zermalmt.  Der  Gletscher  lagert  dann  den
gesamten  Schutt  an  seinem  Ende  in  bogenförmigem  Wall  als
E  n  d  ni  o  r  ä  n  e  ab.
Die  Größe  der  Gletscher  hängt  von  der  Schneemenge
  und  der  Wärme  ab.  Bei  anhaltend  hoher
Temperatur  ist  das  Abschmelzen  stärker  als  der  Nachschub ­
  an  Eis;  der  Gletscher  schwindet.  Eine  Zunahme
des  Niederschlags  in  fester  Form  läßt  ihn  anschwellen
und  wachsen.  Seit  der  Mitte  des  vorigen  Jahrhunderts
sind  fast  alle  Gletscher  der  Alpen  im  Rückgang  begriffen.
Der  Rhonegletscher  ist  seit  1856  um  1  */*  km  kürzer
geworden.
Die  heutigen  Schwankungen  der  Gletscher  erscheinen ­
  geringfügig  im  Vergleich  zuin  gewaltigen  Rückgang, ­
  der  nach  der  Eiszeit  eingetreten  ist.  Damals,
in  weit  entlegener  Zeit,  lag  die  Schneegrenze  wenig  über
1000  m  Meereshöhe.  Große  Eismassen  erfüllten  die
Täler  und  breiteten  sich  am  Alpenausgang  fächerförmig
aus;  der  größte  Teil  des  Mittellandes  lag  so  unter
einem  Eiskuchen  begraben.  Wie  weit  und  wie  hoch  das
Eis  reichte,  ist  an  den  Moränen  jener  Gletscher  und
den  aus  den  Alpen  herausgeschleppten  erratischen
Blöcken  oder  Findlingen  zu  erkennen.  Der  Rhonegletscher ­
  z.  B.  erfüllte  den  südwestlichen  Winkel  des
Mittellandes;  er  dehnte  sich,  vom  Wall  des  Jura  abgelenkt, ­
  einerseits  bis  Lyon,  anderseits  bis  unterhalb
Solothurn  aus;  beim  Austritt  aus  den  Alpen  bedeckte
das  Eis  die  Felssohle  in  einer  Mächtigkeit  von  über
1000  in.  Unter  dem  Druck  solcher  Eislast  nutzte  die
an  der  Sohle  mitgeschobene  Grundmoräne  den  Felsboden ­
  ab;  das  Gletscherbett  wurde  ausgeschliffen  und
vertieft.  Während  der  Fluß  allein  ein  Tal  mit  V
förmigem  Querschnitt  gräbt,  höhlte  der  Gletscher  die
Flußrinne  zu  einem  UI  förmigen  Tale  aus,  dessen  flacher
Boden  und  steile  Wände  an  einen  Trog  erinnern.  Hoch
über  den  schroffen  Talwänden  liegen  sanft  ansteigende

Schwankungen. ­


Eiszeit.

Eiszeitliche
Talfermen.
            
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