fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Die Stoffe und Kräfte. 
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des Werkzeugs, nicht mehr die Kraftleistung übrig blieb. Mit elektrisch betriebenen tragbaren 
Bohrern, Meißeln, Schleifscheiben kann der Arbeiter heute schwer bewegliche oder ortsfeste 
Werkstücke bearbeiten; besonders für Reparaturen im Bauwesen und beim Zusammenbau 
ganzer Anlagen ist dies von großem Vorteil. 
Allerdings sind ihm auch hier Wettbewerber erwachsen: der Preßluftmotor und der Ver 
brennungsmotor, die Anwendung finden, wo elektrischer Strom nicht zur Verfügung steht. So 
finden wir im Bauwesen die Luftkompressoren, welche durch Dieselmotoren betrieben werden 
und ihrerseits Preßlufthämmer und Bohrmaschinen betreiben. Auch der kleinste und abge 
legenste Betrieb hat heute im Dieselmotor eine billige, zuverlässige und leistungsfähige Kraft 
quelle zur Verfügung, die weder an die Wartung noch an die Betriebskosten besondere An 
forderungen stellt. 
Ist so die Wahl der Kraftquelle bei den vielfachen Möglichkeiten nicht einfach, so zeigt 
sich die gleiche Entwicklung bei den Arbeitsmaschinen und Apparaten. Seitdem die 
Dampfmaschine erstmalig zum Antrieb von Hämmern benutzt wurde und in der Folge nicht 
nur sehr große, sondern auch sehr feine Kraftleistungen durch die verschiedenen Krafterzeuger 
möglich wurden, konnten auch die Werkzeugmaschinen und Werkzeuge, die Zerkleinerungs 
und Mahlapparate, Biege-, Preß- und Schneidemaschinen u. a. m. verbessert werden. Eine 
große Zahl von Maschinen ist es, die heute einem Wirtschaftshetrieb zur Verfügung stehen 
muß, wenn er den Anforderungen an Feinheit, Billigkeit und Schnelligkeit genügen will, 
die der Markt an seine Erzeugnisse stellt. 
Die mechanische Arbeit in den Werkstätten der Verarbeitungsbetriebe ist zu 
kennzeichnen als ein Formen und Zusammenfügen von Einzelteilen. Der Konstrukteur wie der 
Betriebsleiter und Unternehmer hat aber zu überlegen, wie er diese Formung und das Zusam 
menfügen vornehmen soll. 
Die einzelnen Teile, die hei den Zusammenfügungsarbeiten verwendet werden, sind 
unter dem Begriff: Masohinenelemente bekannt. Die Verschiedenheiten der Verbindung von 
beweglichen und sich drehenden Teilen und der Übertragung von Kräften und Geschwin 
digkeiten durch Ketten, Seile, Riemen, Zahnräder, Reibräder usw., die Unterschiede zwischen 
festen und löslichen Verbindungen (Niet, Schweißung, Lötung; Keil, Schraube), der Zusam 
menfügung von drehenden und festen Teilen (Lager) oder von löslichen und unlöslichen, starren 
und elastischen Verbindungen, von Achsen (die Kräfte übertragen), Wellen (die Drehung 
übertragen) durch Kupplungen, ferner die hewegungsumformenden Getriebe und die ahsper- 
renden Ventile, Schieber, Hähne, Stopfbüchsen, Kolben u. a. machen die Grundlagen der allge 
meinen Lehre vom Maschinenbau aus. Auch hier stellt die ständige Verbesserung der Ver 
fahren und der dargebotenen Mittel die Betriebe immer wieder vor neue Fragen. 
So sind zum Beispiel durch die autogenen und elektrischen Schweißverfahren bereits große 
Umwälzungen im Bau von Maschinen, Apparaten, Kesseln und Eisenhauten hervorgerufen 
worden. Nicht nur läßt sich bei der Schweißverbindung die Arbeit verbilligen, sondern auch 
das Gewicht der Stücke kann verringert und Stoff eingespart werden (Fortfall der Nieten, 
Knotenbleche, Laschen u. a.); darüber hinaus aber hat das Schweißen ganz neue Möglich 
keiten der Formung erschlossen, die früher nur durch Gießen erreichbar erschienen. Einzel 
teile, Ständer und Gehäuse von Maschinen werden immer mehr durch schmiedeeiserne 
Schweißkonstruktionen ersetzt, Gießereien mit Formereien und Modellschreinereien werden 
dadurch überflüssig. Diese Entwicklung ist den kleineren Betrieben günstig, da sie hierdurch 
von eigenen oder fremden Gießereien unabhängig werden und die oft — bei wenigen oder nur 
einzelnen Ausführungen — sehr teuren Modellkosten fortfallen. 
Die autogenen Schneidverfahren, die es ermöglichen, mit leichten und billigen Apparaten 
Stahl und Eisen, aber auch andere Metalle von großer Stärke (100 mm und darüber) schnell 
und einwandfrei nach den verschiedenartigsten Mustern zu zerschneiden, haben ebenfalls in 
vielen Fällen eine völlige Änderung der Verfahrenstechnik in der Werkstatt und auf der Bau 
stelle, besonders aber in der Ausbesserung und im Abbruch und Abwracken hervorgerufen. 
Vorwiegend kleinere Betriebe vermögen sich dieses Verfahren zunutze zu machen. 
Bei der Formung müssen eingehend die Vor- und Nachteile der spanlosen und der 
spanenden Formung gegeneinander abgewogen werden. Oft führt erst eine sehr gründliche 
Untersuchung zu dem Ergebnis, etwa ein Lager oder Kupplungsteil zu gießen, zu schmieden 
oder aus dem vollen Stück herauszuarbeiten. Die spanende Formung bringt viel Abfall an 
Stoff mit sich, aber auch beim Gießen und Schmieden gibt es Stoffverluste (durch die Gieß 
köpfe — verlorener Kopf — und den Grat). Meist wird es so sein, daß die Grobbearbeitung durch 
Gießen, Schmieden oder Pressen, also spanlos erfolgt und die weitere Feinbearbeitung durch 
Drehen, Fräsen, Hobeln, Bohren, Sägen, also spanend vor sich geht. 
In der Gießerei ist zu überlegen, ob und für welche Teile Sand- oder Lehmguß, Hand- oder 
Maschinenformung angewendet werden soll; werden sehr feine Formen oder sehr dichtes 
Stoffgefüge verlangt, so kann das Spritzgußverfahren benutzt werden, das heute für Rohre und 
Ringe, ja selbst für Zahnräder und sonstige feingegliederte Stücke, die sonst nur gefräst und 
geschnitten wurden, Verwendung findet. In der Schmiede ist zu entscheiden zwischen Frei-
	        
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