Full text: Die Schweiz

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des Windes, wenn er sich, zwischen Jura und Alpen 
immer mehr eingeengt, in den Winkel am untern Genfer- 
see hineindrängt. Genf leidet mehr als jede andere Stadt 
unter der Heftigkeit der Bise. 
Die Alpen sind für quer gerichtete Winde ein Hin 
dernis; ist aber der Luftdruck zu beiden Seiten sehr 
verschieden, so geht eine ausgleichende Luftströmung über 
den Gebirgswall hinweg. Bei geringem Luftdruck im 
nordwestlichen Europa steigt Luft am Südhang der Alpen 
empor und stürzt mit großer Gewalt durch die nörd 
lichen Alpentäler hinaus. Das ist der Föhn. Er er 
scheint auf der Nordseite der Alpen als warmer und 
trockener Wind; die beiden Eigenschaften erlangt er durch 
das Überschreiten des Gebirges. 
Die aufsteigende Luft steht in der Höhe unter geringerem 
Druck; sie dehnt sich aus und verliert dadurch an Wärme. Beim 
Aufstieg am Südabhang der Alpen scheidet die abgekühlte Luft 
die Feuchtigkeit in heftigen Regengüssen aus. Als kalter Wind 
streicht der Föhn über den Bergkamm und stürzt in die nördlichen 
Quertäler hinab. Im Fallen nimmt seine Wärme wieder zu, 
um annähernd 1 ° auf 100 m, so daß er mit ungewöhnlich hoher 
Temperatur die tiefliegenden Talausgänge am Nordsuß des Ge 
birges erreicht. 
Der Föhn tritt meist in den Quertälern auf, da 
ihr Verlauf mit seiner Richtung übereinstimmt. Hasli-, 
Reuß-, Linth- und Rheintal sind eigentliche Föhnkauäle, 
durch die der Südwind brausend ins Vorland hinunter 
stürzt. .In ungestümen Stößen rüttelt der Föhn am 
Balkenwerk der Häuser; er wirbelt die Funken vom Herd- 
feuer empor und trägt den Brand weithin über die aus 
gedörrten Schindeldächer des Bergdorfes. Viele Ort 
schaften in den Quertälern der Nordalpen sind bei Föhn 
sturm ganz oder teilweise verbrannt, so Meiringen, Grin 
delwald, St. Stephan im Simmental, Altdorf, Glarus, 
Bonaduz am Ausgang des Domleschg; von den Dörfern 
des St. Galler Rheintales haben fast alle wiederholt 
Föhn 
Auftreten und 
Wirkungen 
des Föhns
	        
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