Object: Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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Ausserdem vermindert ja die Vereinigung einer Mehrzahl von 
Schachtanlagen zu gemeinschaftlichem und einheitlichem Betriebe 
»die mit der Natur des Kohlenbergbaues verbundenen Wagnisse, 
sie gewährleistetauch bei eintretenden Unglücksfällen die Aufrechter 
haltung des Betriebes und eine gewisse Rentabilität, sie erleichtert die 
vorteilhafteste Inangriffnahme und den Abbau der Kohlenflötze« 1 ). 
Was die einzelnen Förderanlagen betrifft, so wird das 
Feld jeder einzelnen heute wieder beschränkt. Es tritt die im 2. Ka 
pitel erwähnte technische Spezialisation auch im Norden des Be 
zirkes infolge technischer Fortschritte beim Schächteabteufen mehr 
auf. Wird doch bei zu langen Strecken die F'örderung und die 
Wetterführung (Hitze und Menge) zu schwierig 2 ). Hiermit ist also 
die Grenze der Konzentration des technischen Betriebes gegeben. — 
Wenn sich nun heute bereits die Ansätze zum Trust zeigen, wie 
ist dann die Beziehung zwischen Trust und Gesetz des abnehmen 
den Ertrages? Allgemein kann man sie so ausdrücken:-während 
kartellartige Gebilde den Schwerpunkt ihrer Politik in den Preis 
ihrer Produkte verlegen, legen ihn trustartige Gebilde in die 
Gestaltung des Produktions prozesses. Dies letzte wollte 
man im Ruhrbezirke bereits einmal tun und zwar Mitte der 
1880er Jahre 8 ). Dieser Plan der Vertrustung kleidete sich in 
die Form einer gemeinsamen Wasserhaltung. Man wollte also 
die nicht enden wollende Zeit der Depression seit 1873 
durch eine höhere Wirtschaftsform lindern. Aber die Zeit 
war noch nicht erfüllet, wohl instinktiv ahnten die Beteiligten, dass 
ihre noch so geliebte Selbständigkeit dann vollends verloren sei. 
Es kam dann bald der Aufschwung der Konjunktur und darauf 
die Zeit des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats, das stets 
betonte, der innere Betrieb sei selbständig, damit habe es nichts 
zu tun, es sei eine Vereinigung selbständiger Unternehmer. Ge 
rade heute wird dies wieder ganz besonders stark betont, wäh 
rend gleichzeitig in Zeitschriften der Plan einer Zentralisation der 
Wasserhaltung im Ruhrkohlenbecken an Interesse gewinnt 4 ). 
Wie ist die Technik dieser Zentralisation und wie sind die 
wirtschaftlichen Ergebnisse ? 
Aehnlich wie schon beim alten Stollenbetriebe gemeinsame 
Wasserhaltung stattfand, so sollte bei jenem Plane die Lösung 
der Wasser durch eine gemeinsame tiefste Sohle (man rechnete 
1) Jutzi 1. c. 3. 2) Entw. Bd. II. 9. 3) Entw. IV. 117. 
4) Vgl. z. B. die Erörterung in der Berg- u. Hiittenm. Ztg. 1900. 607 ff.
	        
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