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Als ich diese Zahlen festgestellt hatte, war ich, wie ich
bekennen muss, selbst auf das höchste erstaunt. China erscheint
damit in bezug auf den internationalen Briefpostverkehr
als die postalisch meistbegünstigte Nation
der Erde; ein wunderbares Unicum für sich. Denn von
den andern Ländern des Erdballs weist keines auch nur annähernd
so weite und umfangreiche Sonderpostvereinsbeziehungen
mit allen Weltteilen auf. Und mit einem gewissen Neid müssen
wir andern auf diese Vorzugsstellung blicken, die man gerade
jenem grossen ostasiatischen Lande im Weltpost verkehr eingeräumt
hat, trotzdem viele andere Handels- und Industrie-Völker
mit regeren Beziehungen nach andern Ländern eine
solche Verkehrserleichterung eigentlich viel nötiger hätten, als
gerade das verhältnismässig noch schwach im internationalen
Nachrichtenversand und Welthandel entwickelte chinesische Volk.
Wie ist nun aber China, wenn es noch nicht einmal offiziell
mit den eigenen Postanstalten dem Weltpostverein angeschlossen
ist, zu einem solchen eigenen zweiten Weltpostverein für sich
gekommen? Durch die viel en Postanstalten fremder Länder
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in seinem Gebiete, lautet die Antwort. Diese fremden Postanstalten
— 104 an der Zahl und auf 69 Städte Chinas
verteilt — sind als solche dem Weltpostverein angegliedert.
Tatsächlich steht damit auch ganz China, soweit
es überhaupt internationale Postbeziehungen von Belang unterhält,
im Weltpostverein, und ist zwar noch nicht de jure, aber
doch de facto sein Mitglied. In diesem Sinne schreibt auch die
halbamtliche „Deutsche Verkehrszeitung“ (1903, S. 196),
„dass verschiedene Länder, obwohl sie dem Weltpostverein
nicht angehören, in bezug auf die Abwickelung
ihres Postverkehrs doch als ihm angegliedert erscheinen,
weil in ihnen von fremden Postverwaltungen unterhaltene
Vereinspostanstalten bestehen. Ganz besonders
I* gilt dies von China, wo deutsche, englische, französische,
russische, amerikanische und japanische Veroinspostanstalten
vorhanden sind, ferner von Marokko, wo Vereinspostanstalten
von Deutschland, England, Frankreich und
Spanien unterhalten werden. . . .“
Man könnte nun einwenden, dass, im Gegensatz zu