Full text : Weltporto-Reform

63

auf  weisen,  ähnlich  wie  ■  die  fremden  Postämter  in  China  weit
zerstreut  sind.
In  Tripolitanien  (Türkei)  —  1  051  000  qkm  —  gibt  es
übrigens  auch  nur  4  Weltpostanstalten,  davon  3  nichttürkische,
fremde.
Die  geringe  Zahl  der  fremden  Weltpostanstalten
im  grossen  Reich  der  Mitte  ist  also  kein  Grund  dagegen, ­
  das  ganze  Land  als  dem  Weltpostverein  tatsächlich ­
  angegliedert  zu  betrachten.
Aus  denselben  Gründen  kann  man  aber  auch  sagen,  dass
das  gesamte  chinesische  Reich  mit  den  erwähnten
Ländern  einen  Sonderpostverein  bildet,  den  ich  den
Chinesischen  Weltpostverein  nenne.  In  diesem  Sonderpostverein ­
  gilt  das  inländische  Porto  der  angeschlossenen
fremden  Staaten  von  deren  eigenen  Postämtern  nach  und  aus
China.  Das  ist  ein  Tarif,  den  ich  im  weitern  Sinne  als  das  Pennyporto, ­
  das  internationale  oder  Welt-Pennyporto  bezeichne.
Aus  und  nach  den  britischen  Ländern  ist  es  also  1  Penny
(8^2  Pf-)i  aus  nach  den  französischen  10  Centimes  (8,1  Pf.),
aus  und  nach  Amerika  2  Cents  (8,4  Pf.),  aus  und  nach  Japan
gar  nur  3  Sen  (6,3  Pf.),  aus  und  nach  Deutschland  dagegen
10  Pf.  und  Russland  gar  7  Kopeken  (15  Pf.),  dem  innern
russischen  Briefporto  entsprechend.  Bei  den  vier  zuletzt  genannten ­
  gilt  das  billige  Porto  nicht  bloss  für  Briefe.  So  ist  also
das  Weltpostvereinsporto  hier  allenthalben  unterboten,  das  Welt-Penny-Porto
  im  weitern  Sinne  hat  gesiegt.
Aber  selbst  in  den  Bällen,  wo  ein  Brief  aus  diesen  Ländern
nach  China  —  oder  umgekehrt  —  an  solche  Orte  gehen  sollte,
wo  es  keine  fremden,  wohl  aber  eine  chinesische  Reichs-Postanstalt
gibt,  kann  das  Weltporto  noch  unterboten  werden,  wenn  man
dafür  sorgt,  dass  der  Brief  in  China  am  Orte  mit  einer  fremden
Postanstalt  mit  chinesischen  Marken  neu  frankiert  und  weiter
gesandt  wird.  Dann  käme  nur  noch  das  chinesische  Inlandsporto ­
  von  4  Pf-  hinzu,  sodass  insgesamt  bei  einem  Brief  aus
Japan  bloss  10,3  Pf-,  aus  englischen,  amerikanischen  und
französischen  Gebieten  etwa  12—12^8  Pf-  und  aus  Deutschland
14  Pf.  aufgewandt  würden.  Dieser  kleine  Zuschlag  kann  aber  als
Bestellgeld  aufgefasst  werden,  wie  es  in  manchen  jener  Länder
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.