Full text: Weltporto-Reform

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Es fällt uns nicht ein, das Porto für Briefe, welche auf 
unseren subventionierten Postdampfern nach überseeischen 
Ländern gehen, dann höher zu bemessen, wenn der betreffende 
Briefverkehr mit seinen Portoeinnahmen die jährliche Sub 
ventionssumme nicht deckt, wie das die Regel ist. Im Gegen 
teil! Gerade nach unseren Kolonien, die hauptsächlich mit 
subventionierten Dampfern ihre Post erhalten, ist das Weltporto 
noch bis auf die Inlandssätze ermässigt worden. 
Die unterstützten Postdampfer müssen ja, Aveil sie jährlich 
eine Pauschsumme von der Regierung erhalten, die Post im 
übrigen, ohne Rücksicht auf die Masse der Postsäcke, unent 
geltlich mitnehmen und der Postverwaltung alle Portoeinnahmen 
und alle eingehenden Transitgebühren für fremde Postsendungen 
überlassen. Fracht- und Passagiereinnahmen pflegen dagegen 
dem Dampferunternehmer zu verbleiben. 
Uebertrag: 14 246 112 M 
2. Zahlungen der englischen Kolonien: 
an Subventionen 15 441 474 „ 
Insgesamt (1 -f- 2) also 29 687 587 M 
Dazu an die Cunard-Linie für 2 Dampfer mit 24'/ 2 Knoten 
Geschwindigkeit (bisher bloss 420 000 M) künftig . 3 000 000 „ 
Im ganzen also 32 687 587 M 
c) in Japan: 
feste Pauschalsubventionen (darunter allein 993 493 M für 
die Strecke Japan-Australien) 10 087 015 M 
Schiffahrts- und Bauermunterungs-Prämien .... 4 906 058 „ 
Insgesamt 20 994 273 M 
d) in Oesterreichs 
Subventionen insgesamt 10 603 250 M 
e) in Italiens 
Subventionen rund 9 760 000 M 
f) in Deutschland: 
feste Pauschalsubventionen 6 940 000 M 
Vergütungen für Postbeförderung 2 442 654 „ 
Insgesamt nur 9 382 654 M 
g) in den Vereinigten Staaten von Nordamerika: 
Subventionen in Porm von Meilengeldern 7 243 908 M 
Es braucht wohl nicht gesagt zu werden, dass es sehr verkehrt wäre, 
alsbald auch eine Rentabilität dieser Ausgaben zu erwarten. Denn diese 
Dampferlinien sollen u. a. neue Wirtschafts- und Handelsgebiete erschliessen 
helfen oder Kolonien und Mutterländer besser verbinden. Dazu hilft arrch 
der Nachrichten verkehr, der Postverkehr. 
Die früher (seit 1890) mit 900 000 M jährlich subventionierte deutsche
	        
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