Full text : Weltporto-Reform

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trägers  (Stadt-  und  Landbriefträger  zusammengenommen)  rund
100  000  und  als  durchschnittliche  Tagesleistung  etwa  300  Postsendungen ­
  angenommen  werden,  eine  Zahl,  die  annähernd  zutreffen ­
  dürfte,  wenn  auch  in  grossen  Städten  natürlich  täglich
ein  vielfaches  davon  geleistet  werden  mag.  760  Briefträger,
im  Durchschnitt  mit  1200  Mark  j  ährlich  besoldet,  würden
aber  eine  Ausgabe  von  912  000  Mark  darstellen,  die  dem
Auslande  also  weder  durch  Gegendienste  noch  durch
Transitgelder  vergütet  wird.
Oesterreich  empfängt  jährlich  20  Millionen  Briefpostsendungen ­
  mehr  aus  dem  Auslande,  als  es  dahin  abschiekt.
Schätzen  wir  die  Briefträgerarbeit  dafür  entsprechend  auf  ungefähr ­
  200  000  Mark,  die  auch  nicht  ausgeglichen  und  nicht
bezahlt  werden.
In  den  meisten  Ländern  stellt  der  ganze  Auslandsverkehr
indessen  nur  einen  massigen  Teil  des  Gesamtverkehrs  dar.  Aber
bei  einigen  Ländern  mit  passiver  Weltpostbilanz  ist  das
anders.
Mexico  weist  im  ganzen  Inlandsverkehr  135  Millionen
Briefpost-Sendungen  auf;  es  schickt  daneben  14  Millionen  ins
Ausland,  empfängt  von  da  aber  39,  also  25  Millionen  mehr  oder
etwa  soviel,  wie  20  %  des  Inlandsverkehrs.
Algiers  Inlandsverkehr:  28  Millionen;  ins  Ausland  15,  vom
Ausland  24,  also  9  Millionen  mehr  oder  etwa  30  %  des  Inla
  ndsverkehrs.
Bei  der  südafrikanischen  Oranje-Fluss-Kolonie  aber
beträgt  der  Inlands  verkehr  nur  5,3  Millionen,  der  nach  dem
Ausland  8,7,  der  vom  Auslande  jedoch  19,4  (neben  5,5  Millionen
Transitsendungen),  d.  h.  der  fremde  ist  fast  4mal  so  gross
wie  der  inländische  und  reichlich  doppelt  so  gross  wie  der
hinausgehende  Verkehr.  Die  Oranje-Kolonie  gibt  jährlich  (1906)
2,85  Millionen  Franken  für  den  Postdienst  aus  und  weist  ein
Defizit  von  760  648  Franken  auf.  Ihr  Postpersonal  zählt  695  Köpfe.
Von  der  Arbeit,  die  diese  oder  vielmehr  die  Briefträger  leisten,
fallen  etwa  65  °/o  auf  die  unvergütete  Beförderung  und  Austragung ­
  der  vom  Auslande  eingegangenen  Korrespondenz,  soweit
sie  nicht  durch  Gegendienste  ausgeglichen  wird.
            
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