Full text : Weltporto-Reform

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Wozu  nun  diese  Beispiele?  Etwa  um  den  —  Gottlob!  —
längst  siegreichen  und  altgewohnten  Grundsatz  der  gegenseitigen
Leistungsausgleichung  im  Weltpostverein  zu  erschüttern  und
blosszustellen?
Nein,  ganz  im  Gegenteil!  Ich  zeige  nur,  wie  weitherzig ­
  man  hier  verfährt!  Ohne  jede  kleinliche  Pfennigfuchserei! ­
  Man  rechnet  eben  die  etwaigen  Mehrleistungen
unter  die  allgemeinen  Betriebsausgaben  und  Generalunkosten, ­
  auch  wenn  sie  verhältnismässig  bedeutend  sind.
Dasselbe  sollte  man  daher  wenigstens  annähernd  und
weit  mehr  noch  als  heute  mit  den  nicht  ausgeglichenen
Transitleistungen  tun,  wo  es  sich  doch  oft  um  viel  geringere
Summen  handelt,  als  bei  den  obigen  Beispielen,  und  wo  das
Maximum  der  Guthaben  nur  in  einem  Falle  etwa  eine  Million
Pranken  beträgt.
Wenn  man  diese  Transitausgaben  vollständig
unter  die  Generalleistungen  des  Gesamtbetriebes
rechnet,  dann  wird  man  auch  frei  von  der  Neigung
sein,  die  Herabsetzung  der  Weltposttaxen  bis  auf  die
Inlandssätze  von  einer  erst  vorhergehenden  Herabsetzung ­
  oder  Aufhebung  der  Transitgebühren  abhängig ­
  zu  machen.  Hat  man  die  Höhe  der  Weltposttaxen
doch  auch  nicht  von  der  vollständigen  gegenseitigen  Ausgleichung
der  Leistungen  von  Ursprungs-  und  Bestimmungsland  abhängig
gemacht,  obwohl  man  sagen  könnte;  wenn  aus  dem  Auslande
so  viele  Sendungen  mehr  eingehen,  als  da  hingehen,  wenn  deren
Bestellung  soviel  Mehrausgaben  erfordert,  so  müssen  wir  die
eigenen  Sendungen  nach  auswärts  bis  zur  Deckung  dieser  Mehrausgabe ­
  im  Porto  erhöhen,  denn  diese  vorausgesetzte  gegenseitige
Ausgleichung  sollte  doch  ursprünglich  eine  vereinfachte  Form
der  halbscheidlichen  Portoteilung  für  jeden  einzelnen  Brief  sein.
AVenn  A  für  einen  Brief  nach  B  20  Pf.  bekommt  und  B  nichts,
umgekehrt  aber  ebenso,  so  ist  es  dasselbe,  als  wenn  beide  jedesmal ­
  halbscheidlich  teilen  und  jeder  von  den  20  Pf.  je  10  Pf.  für
sich  behält,  wie  das  früher  geschah.
Ich  habe  diese  Ausführungen  gemacht,  weil  immer  noch
bisweilen  —  manchmal  auch  in  gediegenen  Fachzeitschriften
            
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