Full text : Weltporto-Reform

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Kapitel  VII.
WellyPennyporto  und  Postfinanzen.
Der  Haupteinwand  der  Post-  und  Finanzverwaltungen  anch
gegen  eine  Ermässigung  des  internationalen  Poi’tos  ist  immer
der  Satz:  diese  Portolierabsetzung  wird  uns  einen  so  und  so
grossen  Einnahmeausfall  verursachen  und  ,,hei  der  gegenwärtigen
ungünstigen  Finanzlage“  —  von  dieser  Ungunst  der  Finanzen
wird  in  vielen  Ländern  schon  seit  100  Jahren  geredet  -—  müssen
wir  sie  auf  eine  unbestimmte  spätere  Zeit  verschieben.
Aber  dieser  liebe  alte  bekannte  Gemeinplatz,  dessen  strenge
Durchführung  jeden  Yerkehrsfortschritt  überhaupt  verhindern
würde,  ist  bei  einer  Anwendung  auf  das  AVelt-Pennyporto  doch
nicht  ganz  am  Platz.  Ja,  der  Standpunkt,  dass  es  im  Weltbriefverkehr ­
  auf  einige  zeitweilige  kleine  Mindereinnahmen  der  Post
wesentlich  ankäme,  ist  überhaupt  gar  nicht  zu  halten,  zumal  bei
Berücksichtigung  dessen,  dass  nachher  gewöhnlich  infolge  des
Mehrverkehrs  noch  grössere  Einnahmen  als  vorher  folgen.
Nun  wird  diese  Ansicht  ja  häufig  von  den  Post  Verwaltungen
insofern  als  eine  laienhafte  hingestellt,  als  man  dabei  ausser
acht  lasse,  dass  mit  der  Verkehrssteigerung  auch  die  Ausgaben
für  Personal,  Transitgebühren  usw.  wüchsen,  so  dass  also  eine
vermehrte  Reineinnahme  gar  nicht  einträte.
Allein  diese  Behauptung  erscheint  mir  doch  als  eine  kühne
Verallgemeinerung  nur  bedingt  und  teilweise  richtiger  Tatsachen
und  bedarf  daher  einer  strengen  Prüfung,  um  so  mehr,  als  man
sich  schon  öfter  selbst  an  autoritativsten  Stellen  in  solchen
Dingen  schwer  geirrt,  hat.  Ich  erinnere  hier  nur  erneut  an
Stephans  beharrliche  Weigerung,  das  interne  einfache  Briefgewicht ­
  von  15  auf  20  g  heraufzusetzen,  weil  dadurch  ein  Ausfall
von  „4—5  Millionen“  entstünde  und  deswegen  „kein  einziger
            
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