Full text: Weltporto-Reform

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Im Weltpostverkehr ist aber für die industriell und kom 
merziell hoch entwickelten oder auch für die international ex 
portierenden agrarischen Länder ein beständiger ' Reingewinn 
oder eine unbedingte Vermeidung von Zuschüssen bei den 
Ausländsbriefen, die den Handel doch erst vermitteln, noch 
weniger am Platz als anderswo. Denn der Exporthandel ist 
für viele Länder die allerwichtigste Lebensfrage geworden. Die 
Post aber ist hier die Pfadfinderin des Welthandels durch Be- 
von 33 625 Menschen (davon 625 dem Beichspostamt, der Zentralverwaltung, 
angehörend); auf die 8 anderen Bezirke kommen 40 787 Beamte; auf Gross- 
Berlin 1500 Millionen aufgegebene Postsendungen, auf die anderen Bezirke 
685. Fernspreohstellen fallen 125 688 auf den Berliner Bezirk, und zwar in 
81 Orten mit Eernsprechanstalten und auf 18 Ortsfernsprechnetze. 
Die anderen Bezirke weisen nur 57 758 Sprechstellen, doch 4881 Orte 
mit Eernsprechanstalten und 1385 Ortsfernsprechnetze auf. 
Die Hauptsache aber: der Berliner Bezirk vereinnahmte an 
Porto und Gebühren 103,14 Millionen Mark (darunter allerdings auch 
Einnahmen aus der Abrechnung mit fremden Verwaltungen, doch allein 
72,5 Millionen aus der Stadt Berlin und 5,2 ans Charlottenburg, Schöneberg 
und Bixdorf), die 8 grossen anderen Bezirke zusammen aber bloss 
43,85 Millionen Mark; Berlin etwa 3000 M auf jeden Beamten, 
jene Provinzen aber nur etwa 1000 M auf einen Beamten, so dass 
für die sächlichen Betriebsausgaben kaum noch was übrig bleibt. 
Von der Gesamteinnahme der Beiohspost in Höhe von 
556,7 Millionen Mark (1907) fiel allein auf die 38 Gressstädte des 
Beichspostgebiets mit mehr als 100 000 Einwohnern eine Einnahme 
von 257,3 Millionen oder nahezu die Half te (46%) und die andere 
Hälfte (54%) auf das ganze grosse Beich und das Land. Man 
kann daraus ermessen, welche Zuschüsse aus den grossen Städten nötig 
sind, um den unrentablen Verkehrsdienst auf dem flachen Lande aufrecht 
zu erhalten. 
Der Oberpostdirektionsbezirk Köslin (Hinterpommern), 14 034 qkm 
mit 604 347 Menschen, weist 2745 Postbeamte auf, aber nur eine 
Gesamteinnahme von 2 831 873 M, also durchschnittlich auch 
bloss 1033 M auf jeden Beamten, obwohl dort jeder Vorsteher der 
10 Postämter I. Klasse schon 3000—5400 M Gehalt bezieht, jeder der 7 Post 
meister II. Klasse 2100—4200 M und jeder der Postverwalter III. Klasse 
1500—3000 M, ungerechnet die Wohmmgsgeldzuschüsse. Die 1050 Beamten 
des Bezirks (mindestens 1500—3000 M), die 1239 Unterbeamten (900—1500 
bezw. 1400—1800 M jährlich, im Landbestelldienst 800—1000 M nebst Wohn 
geld) und das übrige nicht fest angestellte Personal (Tagelohn meist 
mindestens 2% M, bei Telegraphenhandwerkern' 4 1 / 2 M, Baupersonal etwa 
7 M) der insgesamt 551 Postanstalten verschlingen allein zweifellos mehr
	        
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