Full text : Weltporto-Reform

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förderung  der  Handelsbriefe  und  der  Ajigobot  und  Nachfrage  in
Verbindung  setzenden  Zeitungsinserate;  sie  schlingt  zugleich  ein
einigendes  Band  um  die  Heimat  und  ihre  Söhne  in  der  Fremde.
Auf  Rentabilität  des  finanziell  ziemlich  belanglosen  Auslandsverkehrs ­
  derBriefposfckommt  es  da  also  gar  nicht  an.  Die  indirekten
Vorteile,  die  die  Post  hier  schafft,  sind  unendlich  viel  wichtiger
als  ihre  Finanzüberschüsse.  Werden  nicht  neben  der  Handelseinfuhr ­
  und  -ausfuhr  auch  Schiffs-  und  Eisenbahnfrachten

Geld  als  die  gesamte  Jahreseinnahme  des  ganzen  Bezirks,  in  dem  ausserdem
aber  noch  108  Postpferde  in  18  Posthaltereien  mit  283  Postwagen,  460  Telegraphenbetriebe ­
  mit  6096  km  Leitung  und  631  Telegraphenapparaten  sowie
454  Fernsprechanstalten  mit  10  174  km  Leitung  und  3231  Pernsprechstellen
(mit  10  276  Batterieelementen)  zu  unterhalten  sind.  Anfgegebene  Postsendungen ­
  wurden  31,6  Millionen,  eingegangene  50  Millionen  befördert.
Man  kann  sich  danach  ausmalen,  wie  die  Post  liier  und  überhaupt  in  den
Provinzen  mit  ländlichem  Charakter  mit  grosser  Unterbilanz  arbeitet.  Dabei
fiel  im  Bezirk  Köslin  eine  Postanstalt  schon  auf  1097  Einwohner,  im  Bezirk
Berlin  aber  erst  auf  je  13  574  Menschen.
Wenn  die  Post  nun  auf  dem  Lande  im  Inlande  mit  grossen  Zuschüssen ­
  arbeitet,  weshalb  in  aller  Welt  soll  da  ein  kleiner  Teil  des  internationalen ­
  Postverkehrs,  der  als  solcher  in  beiden  Richtungen  nur  1 / 10  des
Gesamtverkehrs  ausmacht,  nicht  auch  mit  Zuschüssen  wirtschaften,  schon
im  Interesse  des  ungeheuer  wichtigen  deutschen  Ein-  und  Ausfuhrhandels
von  17  Milliarden  Mark  (1907)  und  der  Ausfuhrindustrie,  die  eine  Lebensfrage ­
  der  deutschen  Nation  darstellen  V
Auch  die  deutsche  Beichstelegraphie  —  ebenso  wie  die  anderer
Länder  —  bedarf  der  Zuschüsse,  die  1906  im  Bericht  der  VI.  Reichstagskommission ­
  (Nr.  388  der  Reichstagsdrucksaohen  1905/06,  S.  26)  auf  16  bis
17  Millionen  Mark  jährlich  geschätzt  wurden.  In  England  arbeitete
der  Telegraph  nach  dem  amtlichen  Betriebsbericht  für  1905/06  mit  einem
Defizit  von  21  Millionen  Mark  (l  033  190  <£).  Das  ist  weiter  kein  Unglück, ­
  und  der  Herr  Staatssekretär  Krätke  wies  in  der  Reichstagskommission
mit  Recht  darauf  hin,  dass  der  Telegraph  ebenso  wie  die  strategischen
Eisenbahnen  auch  Staatszwecke  zu  erfüllen  habe  und  nicht  bloss  dem
Privatverkehr  diene.
Die  deutsche  Reichstelegraphie  nahm  1907  ans  dem  Telegrammverkehr ­
  43  Millionen  Mark  ein,  neben  92,1  Millionen  aus  dem  Fernsprecher.
Da  jedes  interne  Telegramm  durchschnittlich  13,3  Wörter  zählte
(Gebühr  5  Pf.  für  1  Wort',  so  brachte  es  durchschnittlich  66 ä / 8  Pf.  ein.
Die  29,18  Millionen  Depeschen  des  inneren  Verkehrs  im  Reichspostgebiet
nebst  den  1,52  Millionen  nach  Bayern  und  Württemberg,  zusammen
30,7  Millionen,  mögen  also  ungefähr  20  Millionen  Mark  eingebracht
            
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