Full text : Weltporto-Reform

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Bestehens  gar  bloss  17 2 /s  Millionen,  wovon  12%  auf  Preussen
fallen,  dessen  Personenverkehrs-Einnahmen  aber  einen  Minderzuwachs ­
  von  21  Millionen  aufwiesen  (1907).

lässt,  kaum  mehr  als  %  eingehen.“  Daran  s'ei  zum  grössten  Teile  wohl  die
Abwanderung  in  die  niedrigeren  Wagenklassen  schuld.
Der  Reichshaushaltsetat  für  1909  (Anlage  XVII,  S.  12)  bringt  für
die  bisherigen  wirklichen  Rohsolleinnahmen  ans  der  Fahrkartensteuer  folgende
Zahlen:
a)  September  1906  bis  März  1907:  11712  381  M  (wie  schon  oben  erwähnt);
b)  Rechnungsjahr  1907:  19.770  601  M  (statt  des  anfänglichen  Voranschlags ­
  von  4  6  000  000);
c)  April  bis  August  1908:  7  526  902  M,
d)  im  Durchschnitt  jährlich  19  407  467  M  (also  auch  nicht  die  später
„mit  einiger  Sicherheit“  veranschlagten  24  000  000  M  oder  die
30  000  000  des  Kommissionsanschlags!  In  Wirklichkeit  —  siehe
unten  S.  130  —  ergaben  sich  1908  aber  blos  17  994  921  M).  Für
das  Jahr  1909  sind  20  000  000  M  brutto  in  den  Etat  eingestellt ­
  (netto  19  600  000  M).
Jedenfalls  sehen  wir,  dass  die  Schätzungen  sehr  wenig  eingetroffen
sind  und  Reichstag  wie  Regierung  sich  gewaltig  über  die  Wirkung  dieser
verhängnisvollen  Tariferhöhung  —  denn  im  Grunde  ist  diese  Steuer  doch
nichts  weiter  als  das  —  getäuscht  haben.  Die  Fahrpreisreform,  die  zum
Teil  noch  weitere  Verteuerungen  brachte,  ist  erst  am  1.  Mai  1907,  also
9  Monate  nach  der  Fahrkartensteuer,  in  Kraft  getreten,  sodass  man  die  Einflüsse ­
  der  letzteren  auch  ganz  für  sich  sehr  gut  verfolgen  konnte.
Der  schwere  Schaden  aber,  den  die  neue  Steuer  brachte,  war  ihr
Druck  auf  den  Verkehr,  der  zum  Herabsteigen  in  die  niedrigeren,
wohlfeileren  Wagenklassen  sowie  teilweise  auch  zur  völligen  Unterlassung ­
  von  Eisenbahnreisen  führte.  Der  preussische  Eisenbahnminister ­
  teilte  der  Budgetkommission  des  Abgeordnetenhauses  schon  in  der
zweiten  Hälfte  des  Februars  1907  mit,  wie  der  Verkehr  sich  im  letzten
Vierteljahr  1906,  einem  Jahre  mit  ungemein  günstigem  und  regem  Verkehr
und  ungewöhnlich  intensiver  wirtschaftlicher  Tätigkeit,  unter  der  Fahrkartensteuer ­
  gestaltet  hatte.
Die  Berichte  in  den  Zeitungen  und  der  Bericht  der  Budgetkommission
(Nr.  111  der  Drucksachen  des  preuss.  Abgeordnetenhauses,  III.  Session  1907)
weichen  teilweise  in  den  mitgeteilten  Zahlen  ein  wenig  ab.
Im  amtlichen  Kommissionsbericht  (S.  26)  heisst  es:  „Nach  den  Ergebnissen ­
  für  Oktober  bis  Dezember  (1906)  sei  der  Verkehr  in  der  I.  Klasse
um  8%  gefallen,  während  er  regelmässig  um  etwa  7%  zu  steigen  pflege
[ein  Zeitungsbericht  (vgl.  Berliner  Morgenpost)  meldete  8,3  %  Rückgang,
während  „nach  der  Verkehrsentwicklung“  eine  Zunahme  um  8%  zu  erwarten ­
  war,  demnach  also  16,3%  Gesamtverlust];  in  der  II.  Klasse  sei  eine
Steigerung  um  nur  1,7%  eingetreten,  während  die  Steigerung  regelmässig
            
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