Full text: Weltporto-Reform

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Es hat sich damals, 190G, ein höchst bedenkliches Experi 
mentieren und eine merkwürdige Verkennung der Wirkung 
etwa 7'/ 3 % betrage (also 5,8% Verlust!), in der III. Klasse betrage die 
Steigerung 3,3%, während sie sich in der Kegel auf 8,4% belaufe (ein 
Minderzuwachs von 5,1% also!) und in der IV. Klasse sei der Verkehr um 
9,3% gestiegen, während er regelmässig nur um etwa 5% (Zeitungsmoldung: 
7,3%) steige (also + 4,3% bezw. + 2% Mehrzuwachs).“ 
In der „Frankfurter Zeitung“ (1907, 6. März, Nr. 05, Leitartikel) 
habe ich hiernach zu berechnen versucht, wie viele Reisen weniger gemacht 
wurden und wie hoch sich, nach den Durchschnittseinnahmen jeder Reise 
geschätzt, der daraus entstehende Einnahmeausfall der preussisch- 
hessischen Staatsbahnen für ein ganzes Jahr stellen könnte. Es er 
gaben sich 15 Mill. Mark, auch bei Berücksichtigung des Mehrverkehrs 
in der IV. Klasse. Nach den damaligen Monatsausweisen durfte ich die 
Jahreseinnahme der Eahrkartensteuer erst auf 10 l / 3 Mill. Mark jährlich 
schätzen, während sie tatsächlich im ganzen Jahre 1906/7 (September bis 
August) 19 137 983 M abwarf, 1908 freilich bloss 17,99 Millionen, Jener 
Artikel der „Frankfurter Zeitung“ wurde in der 29. Sitzung des preussischen 
Abgeordnetenhauses vom 8. März 1907 (vgl. Stenograph, Bericht S. 2120, 
.2129, 2137) von mehreren Abgeordneten erörtert, und auch konservative 
Mitglieder wandten sich scharf gegen die unglückliche Steuer. 
In der 9. Sitzung des preussischen Herrenhauses vom 7. Mai 19u7 
(Stenograph. Bericht S. 141) teilte der Eisenbahnminister Breitenbach die 
Verkehrsergebnisse unt a r der Fahlkartensteuer nunmehr für die 6 Monate 
Oktober bis Dezember 1906 und Januar bis Ende März 1907 mit. Hiernach 
waren die Abwanderungen und Verkehrsrückgänge sogar noch 
grösser, ebenfalls unter Mitberücksichtigung der natürlichen Verkehrszu 
nahme, nämlich in der 1. Klasse „10 bis 17 Prozent“, in der II. Klasse 
„7 bis 8 Prozent“ und in der III. Klasse „vielleicht 4 bis 5 Prozent“. 
Der Minister meinte, es fänden auch schon wieder Rückwanderungen 
nach oben statt, allerdings nicht nach der I. Klasse, und fand, dass die 
Ausfallberechnung von 15 Mill. Mark für die preussische Staats 
bahn — Dr. v. Burgsdorf, sein Vorredner hatte sich meine Schätzung 
zu eigen gemacht — „wohl erheblich überschätzt“ wäre. 
Später hat er (der Minister) den Ausfall infolge der Abwan 
derungen wegen der Fahrkartensteuer nur auf 10 Mill. Mark ge 
schätzt (vgl. Nr. 144 der Drucksachen des preussischen Abgeordnetenhauses 
von der IV. Session 1907/8, nämlich den Bericht der Budgetkommission von 
Ende Februar 1908, S. 49, und Stenograph. Bericht der 44. Sitzung des 
preussischen Abgeordnetenhauses vom 4. März 1908, S. 3197, und den der 
45. Sitzung vom 5. März 1908, S. 3246); auch gab er als Verhältnisszahlen 
der Abwanderangsrückgänge bei den Reichseisenbahnen in Eisass- 
Lothringen für die I. Klasse „ungefähr 15 Prozent“, für die II. Klasse 
„ungefähr 3 bis 4 Prozent“ und für die III. Klasse „4 bis 5 Prozent“
	        
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