Full text : Weltporto-Reform

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für  Kraftwagen,  bringt,  selbst  jetzt  (1908/9)  nicht  viel  mehr
als  die  Hälfte  des  geschätzten  Betrages,  nämlich  l 4 /a  statt

Vorlage  (Nr.  992  der  Reichstagsdrucksachen,  I.  Session  1907/08,  S.  2  und  33  f.)
vom  3.  November  1908  (§  4)  wird  deshalb  mit  Recht  vorgeschlagen,  die
ganze  Reichs  -  Fahrkartensterrer,  die  ja  bei  den  Reichseisenbahnen
eigentlich  recht  komisch  erscheint,  vom  1.  April  1910  ab  wieder  aufzuheben, ­
  zumal  da  sie  auch  1908  keine  höheren.Erträge  aufweist  als  1907,
nämlich  vom  April  bis  August  1907:  7  277  000  M  und  vom  April  bis  August
1908  auch  nur  7  375  000  M.  Für-  das  ganze  Rechnungsjahr  1908  waren  es
nach  den  -neuesten  Veröffentlichungen  nur  17  994921  M  brutto  (17634980  M
netto),  also  987  281  M  (—  967  578  M)  weniger  als  im  Vorjahre  (vgl.  „Voss.
Ztg.“  1909,  25.  April).
Der  Verkehr  ist  doch  nachgerade  überhaupt  längst  hoch
genug  besteuert,  wenn  man  bedenkt,  dass  die  Rente  der  preussischen
  Staatsbahn,  soweit  sie  den  üblichen  Zinsfuss  der  Staatsanleihen ­
  überschreitet,  auch  schon  als  eine  Steuer  angesehen
werden  muss.
Der  Berichterstatter  der  Budgetkommissiou,  Abg.  Schmieding,  fand,
dass  hier  eine  Rente  von  über  10  %  vorliege,  da  die  bereits  getilgte  Schuld
des  Anlagekapitals  doch  nicht  mehr  verzinst  zu  werden  brauche,  sondern
nur  noch  das  unverzinste  Anlagekapital  (vgl.  Nr.  144  der  Drucksachen  des
preussischen  Abgeordnetenhauses  1907/08,  S.  8).  Die  amtlichen  Betriebsberichte ­
  geben  dagegen  nur  eine  Kapitalsrente  von  7,53  %  im  Jahre  1905
an,  7,49  %  1906  und  6,54%  1907;  im  Etat  für  1908  aber  sind  7,16%  veranschlagt. ­
  Wenn  nun  die  Eisen  bahn-Anleihezinsen  höchstens  4%  betragen,
so  sind  die  darüber  hinausgehenden  weiteren  3—3Va%  bei  einer  7  %i’gen
Balmrente  schon  eine  Verkehrssteuer  Bei  einem  Betriebsüberschuss  von
rund  700  Millionen  Mark  (1906)  wäre  das  also  eine  Besteuerung  von
etwa  300  Millionen  Mark.  Stellt  doch  eine  Staatsbahn  auch  ein  gemeinnütziges ­
  Unternelmren  dar.  Weist  doch  die  Württembergische  Staatsbahn ­
  z.  B.  bloss  3.37%  (1906)  Rente  auf!
1907  ergab  sich  bei  der  preussischen  Staatsbahneinnahme  des  Personenverkehrs ­
  gegenüber  dem  Vorjahre  (1906)  in  der  ersten  Klasse  eine
Mindereinnahme  von  7,46%,  in  der  zweiten  Klasse  eine  von  2,24%
und  in  der  dritten  Klasse  eine  von  0,63%;  zusammen  macht  das
6,45  Millionen  Mark  aus.  Bei  der  vierten  Klasse  dagegen  ergab  sich
die  ungewöhnliche  Mehreinnahme  von  11,5  %  oder  18.44  Millionen
Mark.  Im  ganzen  also  noch  ein  Mehr  von  rund  12  Millionen  oder
2,48%.  1906  dagegen  hatte  ein  Mehr  von  33  Millionen  (oder  7,35  %)  und
1905  auch  ein  Plus  von  33  Millionen  (-)-  8%)  gegenüber  dem  Vorjahre
gebracht,  so  dass  1907  also  21  Millio  neu  Minderzuwachs  der  Einnahmen ­
  zu  verzeichnen  waren,  obwohl  die  Zahl  der  Fahrten  um  6,72  %
(1906  um  8,43%,  1905  um  9,45%)  gestiegen  und  die  Personenkilometer  ähnlich ­
  gewachsen  waren.
            
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