Full text : Weltporto-Reform

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Die  Briefe  im  inländischen  Nachrichtenverkehr  (Briefe  und
Karten)  Oesterreichs  machen  59,2  %  aus,  im  ausländischen  dagegen ­
  65%;  i n  Ungarn  sind  es  60  und  70%;  in  England  77,1
und  86,8%;  in  Japan  im  Innern  29%  und  im  Verkehr  nach
auswärts  65  %•  Wenn  diese  Regel  auch  manche  Ausnahmen
erleidet,  so  hat  das  oft  besondere  Gründe,  z.  B.  in  Erankreich,
wo  der  Tarif  der  in-  und  ausländischen  Postkarten  gleich  hoch
ist,  und  in  der  Schweiz,  wo  durch  die  ungeheure  Zahl  der
Ansichtskarten  schreibenden  fremden  Sommergäste  die  Briefzahl
des  Verkehrs  nach  dem  Auslande  (52  %)  verhältnismässig
geringer  ist  als  die  im  Inlandsverkehr  (62,7).
Man  überzeugt  sich  hiernach  leicht,  dass  die  Portoermässigung
  für  geschlossene  Briefe  am  dringlichsten  ist.
Zunächst  würde  man  dann  den  Tarif  von  10  Centimes
auch  für  je  20  Gramm  festsetzen,  da  diese  die  normale  Brief-Gewichtseinheit
  im  Weltpostverein  sind.
Aber  es  fragt  sich  noch,  ob  dieses  Ziel,  auch  wenn  es
allenthalben  gebilligt  wird,  so  leicht  zu  erreichen  sein  würde.
Denn  vielfach  würde  es  den  bestehenden  Innern  Tarif  schon
unterbieten  und  seine  Aenderung  vorher  erwünscht  erscheinen
lassen.  Nach  den  günstigen  finanziellen  Erfahrungen  mit  der
Erhöhung  des  Briefgewichts  von  15  auf  20  g  oder  mehr  in
Deutschland,  England,  Neuseeland,  Aegypten  usw.  würde  jedoch
diese  Gewichtsheraufsetzung  zu  keinen  ernstlichen  Bedenken
Anlass  geben.
Andererseits  ist  aber  schon  der  bestehende  Normaltarif  des
Weltpostvereins  —  25  Centimes  für  die  ersten  20  g  und
15  Centimes  für  weitere  20  g  —  noch  nicht  einmal  durchgeführt,
da  die  Uebergangsbestimmungen  des  letzten  AVeltpostkongresses
Abweichungen  für  statthaft  erklärten.  Infolgedessen  hat  sich,
trotz  des  scheinbaren  und  theoretischen  Einheitstarifs  im  Weltbriefporto, ­
  ganz  abgesehen  von  den  verhältnismässig  geringen
Abweichungen  infolge  der  Münzverschiedenheiten,  tatsächlich
ein  richtiger  Tarif  Wirrwarr  herausgebildet,  der  auf  die  Dauer
unmöglich  zu  halten  ist  und  die  ganze  Einheitlichkeit  des
Weltposttarifwesens  bedroht.  Erüher  galten  25  Centimes  für
je  15  g,  welchen  z.  B.  in  den  angelsächsischen  Ländern  die  halbe
Unze  (14,17  g)  gleichgesetzt  wurde,  während  jetzt  eine  ganze
            
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