Full text : Weltporto-Reform

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1.  Am  Gewicht  von  20  g  tut  man  gut,  festzuhalten;
nur  ist  die  statthafte  grosse  Abweichung  von  28,3  g  bei  den
Ländern  mit  dem  unmetrischen  Unzenmass  vielfach  bedenklich.
25  g  ergäben  zwar  eine  gute  neue  Gewichtseinheit,  würden  aber
alles  bisher  Beschlossene  Umstürzen  und  neue  Schwierigkeiten
schaffen.
2.  Es  wäre  denkbar,  im  Porto  von  25  Centimes  za-Materialversorgung
  im  Stich  lassen,  obwohl  Material  vorhanden
ist,  eigne  Korrespondenten  oder  Agenten  zu  halten,  die  ihm  die
nötigen  Unterlagen  rechtzeitig  besorgen.  Vielleicht  würden  auch.
Konsulate,  Gesandtschaften  und  Parlamente  ihm  dabei  behilflich
sein.  Die  Unvollständigkeit  der  Statistik  macht  sich  doch  zu  fühlbar.  Das
alte  Schema  dafür  Hesse  sich  übrigens  auch  wohl  verbessern,  entsprechend  den
gestiegenen  Ansprüchen  der  Wissenschaft.  Eine  Generalsumme  für  alle
Angaben  des  1.  Hefts  fehlt  in  ihr  und  wird  bloss  in  der  Vereinszeitschrift
gewöhnlich  mitgeteilt.  Die  Anordnung  geschähe  in  der  allgemeinen  Statistik
vielleicht  auch  besser  nach  Weltteilen  und  müsste  auch  für  diese  Weltteile
und  ihre  gegenseitigen  Beziehungen  Summen  ziehen.  Das  würde  sich  auch
für  die  Spezialstatistik  (Expedition)  empfehlen,  wo  die  Postvereinsländer
hervorzuheben  wären.  Nötigenfalls  wäre  der  Etat  des  Internationalen
Bureaus,  vielleicht  auch  die  Gehälter  seiner  Mitglieder,  zu  erhöhen,  wenn
die  Arbeit  wüchse.  Eür  eine  grosse  internationale  Behörde,  die  alle
Länder  der  Welt  gemeinsam  sich  halten,  ist  ein  Gesamtetat  von
125  000  Franken  heute  doch  eine  sehr  geringe  Summe.
Der  Vorstand  des  Internationalen  Bureaus  wird  sich  Ja  gewiss  besonders ­
  konstitutionell  an  die  bisher  gegebenen  Direktiven  und  Schemata  halten
und  ihn  kann  deshalb  kein  Vorwurf  treffen,  wenn  nicht  allen  Ansprüchen
der  Wissenschaft  genügt  wird,  die  bei  Ausarbeitung  der  alljährlichen
Statistiken  ganz  gut  mit  berücksichtigt  werden  könnten.  Ich  wollte  aber
nicht  unterlassen,  hier  wenigstens  auf  einige  Mängel  hinzuweisen.
Auch  die  Vereinszeitschrift  „L’Uuion  postale“  Hesse  sich  inhaltlich
vielleicht  reicher  gestalten,  wenn  man  davon  absehen  wollte,  sie  als  Schulbuch ­
  und  Sprachlehre  in  die  Welt  zu  schicken  und  denselben  Text  gleichzeitig ­
  französisch,  deutsch  und  englisch,  wiederzugeben.  Dadurch  wird  dpr
ohnehin  knappe  Baum  um  2 / 8  verkürzt  und  es  lässt  sich  nur  sehr  wenig
Wissenswertes  mitteilen.  Ich  glaube,  man  könnte  die  Dreisprachigkeit  zwar
beibehalten  rrnd  z.  B.  englische  und  amerikanische  Verwaltungsberichte
englisch,  deutsche  deutsch  und  französische  u.  a.  französisch  wiedergeben,
aber  immer  nur  einmal  und  in  einer  Sprache.  Bloss  besonders  wichtige
Tatsachen  oder  Mitteilungen  könnten  mehrsprachig  sein  oder  französisch.
Das  „Journal  teldgraphique“  des  Welt-Telegraphenvereins  hat  nur  französischen ­
  Text  und  ist  daher  im  Inhalt  viel  reicher,  weil  nicht  2 / g  des
knappen  Raumes  noch  durch  Uebersetzuugen  verloren  gehen,  die  wahrscheinlich ­
  im  Durchschnitt  doch  nie  gleichzeitig  gelesen  werden.
            
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