Full text: Weltporto-Reform

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Silber oder 1 ß des früheren Talers 7 * ) beim Verhältnis von 1; 15 1 /«; 
das Rauhgewicht ist 5,5555 g. Eine Reichsmark in Gold 
entspricht aber einem Quantum von 0,358423 g feinen Goldes 
oder 0,398218 g von 9 /n Feinheit. Das sind unbehaltbare, un 
mögliche Zahlen, die mit dem im Lande gesetzlich eingeführten 
metrischen Grammgewicht nichts gemein haben. 
Auch die Münz-Union der drei skandinavischen Länder 
(seit 1875) mit der nordischen Krone (1,125 M.) = 25 /m g fein 
Gold oder 0,4448 g von 9 /io Feingehalt verriet wohl das Be 
dürfnis nach einer internationalen Münze, hat aber dem 
metrischen Gewichtsmass ebenfalls nicht Genüge geleistet. 
Eine Welt-Münz-Union — etwa ebenso wie der Welt 
postverein aus kleineren Anfängen entstand — ist aus diesen 
Gebilden nicht hervorgegangen. 
Aber der Wunsch ruht nicht, Ich habe vor etwa Id/a Jahr 
zehnten die unten folgenden Gedanken gefasst, aber natürlich 
bald nachher gefunden, dass schon von anderen Seiten, wenn 
auch nicht gleiches, so doch ähnliches ausgesprochen worden ist. 
Das Bedürfnis führt eben notwendig von selbst dahin. Wie 
aus den früheren Ortszeiten die Landeszeiten, dann für ganze 
Köntinentteile umfassende Einheitszeiten entstanden sind und 
die einheitliche Weltzeit gewiss auch folgen wird, so wird auch 
die Weltmünze zweifellos zur Wirklichkeit werden als beständig 
dringlicher werdendes, längst empfundenes Bedürfnis des Welt 
verkehrs. Dass einzelne Interessenkreise dagegen eben solche 
Einwände erheben werden, wie seinerzeit gegen die internationale 
lateinische Einheitsmünze, den Franken, gegen die deutsche 
Mark an Stelle der verschiedenen Gulden- und Talersorten und 
gegen die skandinavische Einheitsmünze, das ist möglich, aber 
die entgehenden Vorteile, die den Geldwechslern durch die 
Münz- und Kurs Verschiedenheiten zufallen, werden sicherlich 
reichlich aufgewogen durch andere Vorteile, die ihnen nachher 
zuteil werden. Und da ein plötzlicher Ersatz der Landes 
münzen in der ganzen Welt natürlich ausgeschlossen erscheint, 
sondern höchstens allmähliche Aenderungen zu erwarten wären, 
vielleicht von einer fakultativen, dann obligatorischen Welt 
7 ) Eine neuere Studie; „Der Taler“ von Geh. Oberpostrat Halke 
findet man im „Archiv f. Post und Tel.“ 1907, S. 555—-562.
	        
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