Full text : Weltporto-Reform

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Wenn  1  Gramm  Gold  von  den  heutigen  Hauptmünzsorten ­
  ab  weicht,  so  ist  das  eher  ein  Vorzug  als
ein  Nachteil.  Die  jetzige  österreichische  Krone  ist  V2  Gulden,
die  deutsche  Reichsmark  1 js  Taler.  Das  Volk  rechnet  wegen
dieser  engen  Anpassung  an  die  alten  Münzwerte  aber  immer
noch  hartnäckig  nach  Gulden  und  Kreuzern  oder  Talern,
Groschen  und  Sechsern,  so  dass  der  Fremde  sich  gar  nicht  auskennt, ­
  wenn  ihm  50  Heller  als  25  Kreuzer  oder  5  Pf.  als  ein
Sechser  präsentiert  werden,  und  er  erst  allmählich  lernt,  die
amtlichen  österreichischen  Werte  durch  2  zu  dividieren,  um
die  Volkswährung  verstehen  zu  können.
Bei  einem  neuen,  im  alten  nicht  aufgehenden  Münzsystem
würden  die  neuen  Bezeichnungen  also  viel  schneller  durchdringen;
doch  einstweilen  soll  ja  zunächst  nur  der  Auslands  verkehr  in  Frage
kommen,  wenn  sich  im  übrigen  zu  grosse  Widerstände  durch  das
Beharrungsvermögen  der  alten  Gewohnheiten  ergeben  sollten.
Ich  will  nun  noch  eine  Übersicht  über  die  Werte  der
Gramm-Goldmünzen  (S.240)  geben  und  möchte  auch  füretwaige
Silbermünzen,  die  ja  heute  nur  etwa  den  halben  Nominalwert
darzustellen  pflegen,  die  Angabe  des  Gewichts  und  Feingehalts
empfehlen,  neben  dem  Goldwert,  den  sie  vertreten  sollen.  Denn
dann  weiss  man  auch,  was  man  an  Silber  in  der  Hand  hat.
Das  Silberquantum  (in  Oesterreich  1  :  18 2 /»)  könnte  vielleicht
grösser  sein  als  jetzt,  etwa  1:20  im  Verhältnis  zum  Gold,  also
1  g  Gold  von  9 /io  Feinheit  (=  2,51  M)  mit  20  g  Silbermünze
von  9 /io  Feinheit  gedeckt,  statt  wie  jetzt  in  Deutschland  mit
1  ;  13,95  (an  Stelle  des  wirklichen  Wert  Verhältnisses  von  1:  30,54
im  Jahre  1907).
Wie  man  (S.  240)  sieht,  hat  man  im  Grammgewicht  also  ein
ideales  dezimales  Goldmass  von  grössterTeilbarkeit.  Bei  9 /ioFeinheit
ergibt  sieh  für  1  g  Gold  also  der  Wert  von  rund  2,5  Mark  oder
3  Franken,  etwa  einer  halben  englischen  Krone  (27a  Shilling
=  2,55  M)  entsprechend;  etwas  weniger  als  Ü/4  mexikanische
oder  japanische  Dollars  (zu  2,10  M)  oder  8 /i  amerikanische
Dollars  (zu  4,20  M)  =  2,62  M  oder  als  3  österreichische  Kronen
(zu  85  Pf.)  —  2,55  M  oder  1 9 /io  indische  Rupien  (zu  1,36  M)
=  2,60  M  oder  1,20  Rubel  (zu  2,16  M)  =  2,58  M,  aber  etwas
mehr  als  2,20  skandinavische  Kronen  (zu  1,125  M)  —2,47  M.  Der
            
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