Full text : Weltporto-Reform

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dem  dezimalen  System  Abbruch  geschähe.  Denn  wenn  man
drei  1  Centigramme  zusammenrechnen  oder  in  Zahlung  geben
muss,  so  ist  das  doch  dasselbe,  nur  unbequemer.  Die  Dreizahl
spielt  in  den'Preisen  von  jeher  eine  grosse  Polle  und  dem  muss
praktisch  Rechnung  getragen  werden.
Die  Abnutzung  der  Goldmünzen,  die  bei  einer  Weltmünze
tunlichst  gering  sein  sollte,  ist  stets  am  stärksten  an  den  hervorstehenden ­
  Reliefvorsprüngen.  Es  wäre  also  vielt  icht  zu  erwägen,
ob  die  Münzen  nicht  glatter  anzufertigen  wären,  mit  konkaven
Inschriften  oder  mit  Reliefbildern  in  Vertiefungen,  aus  denen
sie  nicht  soweit  hervorragen,  dass  sie  sich  mit  andern
Münzen  reiben.  Die  Brüsseler  Münzanstalt  stellte  1901  die  Abnutzung ­
  von  Silbermünzen  fest.  Danach  hatten  die  Fünffrankstücke ­
  von  1876  nach  25  Jahren  0,138  g  oder  jährlich  0,0055  g
verloren,  die  von  1848  nach  53  Jahren  0,261  g  oder  jährlich
0,0049  g  und  die  von  1833  nach  68  Jahren  0,331  g  oder  jährlich ­
  0,0048  g 10 ).  Ein  5-Franken-Stück  wiegt  25  g;  138  g  Verlust ­
  in  25  Jahren  sind  aber  bloss  etwas  mehr  als  J /2  %•  Beim
Gold  haben  solche  Verluste  natürlich  eine  erhöhte  Bedeutung.
Wie  wir  sahen,  kehrt  im  Weltpostverein  die  Forderung
einer  einheitlichen  und  gleichwertigen  Weltbriefmarke  immer
wieder.  Zu  ihrer  Verwirklichung  hielt  Stephan  eine  Weltmünze
für  erforderlich,  die  der  zunehmende  Weltverkehr  und  Welthandel ­
  immer  gebieterischer  fordert.  In  den  Antwortgutscheinen ­
  für  71  Länder  des  AVeltpostvereins  ist  wenigstens
bereits  der  erste  Anfang  einer  auf  Gold  lautenden  Weltbanknote ­
  gemacht,  und  nichts  würde  eigentlich  hindern,  sie  auch
auf  grössere  Beträge  ausstellen  zu  lassen,  vielleicht  zum  Parikurse ­
  in  Gold.  Nur  der  Aufschlag  ist  noch  störend.  Von  der
Weltbanknote  ist  aber  grundsätzlich  nur  noch  ein  Schritt  zur
gleichwertigen  einheitlichen  Weltmünze,  wenn  auch  ein
grosser,  denn  diese  ist  die  notwendige  Konsequenz  der  Banknote.
Und  da  das  dezimale  metrische  Grammgewicht  sich  als  die  vollkommenste ­
  Masseinheit  erweist,  so  bedarf  es  eines  Gramm-Geldes.
Auch  der  Welthandel  erfordert  längst  eine  praktische  einheitliche ­
  Münze,  also  eine  metrische  runde  Goldeinheit.  In  dem
unpraktischen  Gewirr  der  verschiedenen  alten  Mass-  und  Münz-10

 )  Archiv  f.  Post  und  Telegr.  1907,  S.  432.
            
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