Full text: Weltporto-Reform

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1. Italiens Postvereine 
a) mit Tuuis (früher türkischer, seit 1881 französischer Schutzstaat), 
h) mit Tripolis und Beng'liasl [Barka] (türkischer Besitz). 
c) mit Albanien und Epirus (Türkei), 
d) mit Kreta (unter Oberhoheit der Pforte, hat aber kürzlich den Anschluss 
an Griechenland erklärt). 
e) mit Aegypten, Yizekönigtum (türkischer Vasallenstaat, unter britischem 
Einfluss). 
Italien, das auch für die kleine Republik San Marino die Post besorgt, 
unterhält in Tripolis, Albanien und Kreta eigene Postanstalten, und 
steht, da für diese Verkehrsbeziehungen ein billigeres als das Weltporto 
gilt, mit diesen Ländern oder ihren Teilen demnach in einem Postvereins 
verhältnis. 
Mit Tunis sowie mit Aegypten und dem Sudan bildet es bezüglich 
des Briefportos einen vollständigen Postverein, ohne dort eigene Postanstalten 
zu besitzen. 
Das billige Porto (das interne Porto) gilt zum Teil auch im Verkehr 
der Vereinsmitglieder mit den italienischen Kolonien. Wir wollen diese 
einzelnen Postvereine nun näher behandeln. 
a) Italiens Postverein mit der Regentschaft Tunis. 
(Seit 1898.) 
Tunis (167 400 qkm mit 1 828 89ü Einwohnern) hat ein eigenes wohl- 
geordnetes Postwesen, mit 381 Postanstalten (1906); früher von der fran 
zösischen Post verwaltet, ist es seit 1888 selbständig. 1 ) Pür den inneren 
Verkehr hat es schon vor einer Reihe von Jahren das Porto von 10 Cen 
times (8 Pf.) eingeführt, das in Frankreich erst am 10. April 1906 in Kraft 
trat. Vorher waren es dort (in Frankreich) 15 Centimes. 
Das Vereinsporto zwischen Tunis und Italien — nur für Briefe — beträgt 
20 Centimes oder Centesimi, (16,2 Pf.) für 15 Gramm, statt der 
25 Centimes des Weltportos. 
b) Italiens Postverein mit Tripolis und Benghasi (Barka). 2 ) 
In Tripolis und Benghasi (1 051 000 qkm mit 1 Million Einwohnern) sind 
zwei italienische Postämter (vgl. S. 265), die den Postverein herstellen: Italien 
mit den Kolonien Erythräa und Benadir sowie den italienischen Postämtern 
*) Näheres über die Postverhältnisse in Tunis in der „Deutschen 
Verkehrs-Zeitung“ 1906, S. 276. Ferner „Archiv für Post und Tel.“ 1901, 
S. 84—87, „Das Post- und Telegraphenwesen in Tunis“. Siehe auch die 
„Statistique generale“ des Internationalen Bureaus in Bern. 
2 ) Vgl. „Archiv für Post und Tel.“ 1907, S. 665 ff. „Tripolitanien und 
seine Verkehrsverhältnisse“. In Tripolis ist auch ein französisches und ein 
türkisches. Postamt vorhanden.
	        
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