Full text : Weltporto-Reform

Stadt  mit  einem  fremden  Postamt  bezahlen  —  für  8  Pf.  weiter  schicken
lassen,  sie  brauchen  also  statt  des  Weltportos  von  20  nur  12  Pf.  anzuwenden.
Demnach  braucht  man  nicht  zu  sagen,  nur  die  10  Millionen  Chinesen
in  den  Städten  mit  fremden  Posten  genössen  eine  Vorzugsstellung,  nein,
so  ziemlich  das  ganze  Reich  von  B30  Millionen  geniesst  sie. 43 )  Wenn  viele
4S )  Von  der  Gesamtbevölkerung  Chinas  (330  Millionen)  fallen
übrigens  319,5  Millionen  auf  das  eigentliche  China  ('/a  des  ganzen  Areals),
5,5  Millionen  auf  die  Mandschurei,  nur  1,85  Millionen  auf  die  grosse  Mongolei, ­
  1  Million  auf  die  Dsungarei  und  Ostturkestan  und  2,2  Millionen  auf
Tibet  und  Kukunor.
Fremde,  meist  Europäer,  lebten  1904  in  den  chinesischen
Vertragshäfen  nur  27  227,  und  1602  fremde,  meist  europäische
Firmen  waren  da  vorhanden.  Nach  der  Natio,.alität  waren  es  5981
Engländer  (436  englische  Firmen),  9139  Japaner  (650  Firmen),  1871
Deutsche  (173  Firmen),  1374  Franzosen  (67  Firmen),  3220  Amerikaner
(106  Firmen),  308  Russen  (21  Firmen),  3387  Portugiesen  (36  Firmen),
278  Spanier  (32  Firmen),  286  Belgier  (6  Firmen),  366  Italiener  (22  Firmen),
209  Niederländer  (15  Firmen),  205  Oesterreicher  (205  Firmen),  198  Dänen
(11  Firmen),  308  Skandinavier  (9  Firmen)  und  97  andere  (3  Firmen).
Im  deutschen  Pachtgebiet  von  Kiautschou  (501  qkm)  mit  32  000
Menschen  leben  (1906)  1225  Europäer;  im  englischen  Hongkong  (79  qkm)
mit  dem  Pachtgebiet  (974  qkm)  und  in  Weiheiwei  (738  qkm)  zusammen
568  058  Menschen,  davon  2  %  Europäer  (11  300),  1  °/ 0  Inder,  97  %  Chinesen.
Man  ersieht  hieraus,  wie  wenige  Europäer  bloss  als  Benutzer ­
  der  fremden  Postämter  überhaupt  in  Betracht  kommen
können  und  wieviele  Chinesen  neben  ihnen.  Im  neuen  Gothaer
Hofkalender  (1909,  S.  665)  werden  für  1907  in  den  Vertragshäfen  09  852
Fremde  und  2595  fremde  Firmen  angegeben,  nämlich  9205  Engländer
(490  Firmen),  3553  Deutsche  (239  Firmen),  2201  Franzosen  (99  Firmen),
3188  Portugiesen  (57  Firmen),  2972  andere  Europäer  (178  Firmen),  45  610
Japaner  (1416  Firmen),  2862  Amerikaner  (116  Firmen)  und  261  andere
(1  Firma).
In  denselben  fremden  Ländern,  die  in  China  eigene  Postanstalten ­
  unterhalten,  lebten  dagegen  Chinesen:
in  Deutschland  im  Jahre  1900  bloss  514  geborene  Chinesen  und
1905  367  chinesischer  Staatsangehö:igkeit;  von  den  britischen  Ländern
(von  England  abgesehen)  in  Indien  (1901)  11,7  Millionen  Menschen  indisch-chinesischen ­
  Spraohstammes;  in  den  Straits  Settlements
(Malakka,  Singapore)  49  000  Chinesen,  viele  auch  in  den  Malaiischen
Schutzstaaten,  in  Sarawak  und  Brunei  (N.  W.  Borneo),  in  Australien, ­
  Neuseeland,  Jamaica,  Südafrika  und  Mauritius;  von  den
französischen  Ländern  (Frankreich  selbst  ausser  Acht  gelassen)  in
Indo-China  (Tonkin,  Annam,  Cochinchina  etc.)  300  000  Chinesen  (und
10  000  Europäer)  und  wohl  zahllose  andere  das  Chinesische  Redende  unter
der  Gesamtbevölkerung  von  15  Millionen,  ferner  in  Neukaledonien  und
            
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