Full text : Weltporto-Reform

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Die  Zeitpunkte,  wann  diese  fremden  Staaten  im  Verkehr  ihres  Landes
oder  Kolonialreiches  mit  ihren  eigenen  Postanstalten  in  China  den  internen
oder  Kolonialtarif  einführten,  habe  ich  aus  den  mir  zur  Verfügung  stehenden
Quellen  nicht  überall  feststellen  können.  Ein  umständliches  und  zeitraubendes ­
  Forschen  in  allen  fremden  Postbetriebsberichten  schien  mir  aber
nicht  notwendig.  Ich  teile  hier  deshalb  nur  mit,  was  ich  weiss.
Russland  wandte  schon  im  Jahre  1900  —  vielleicht  aber  noch
früher  —  das  interne  Briefporto  im  Briefwechsel  mit  seinen  eigenen  Postanstalten ­
  im  chinesischen  Nachbarreiche  an. 40 ')
Die  Vereinigten  Staaten  tun  das  mit  ihrem  Briefsendungsaustäusch
  seit  dem  1.  Juni  190i!. 41 )
Da  England,  Frankreich  und  Japan  Schutzgebiete  in  oder  bei
China  haben,  mit  denen  sie  im  Kolonialpostverein  standen,  so  lag  es  für
sie  nahe,  dasselbe  zu  tun,  schon  im  Interesse  des  Handels.
Deutschland  folgte  schliesslich  diesem  Beispiele  am  1.  Juli  1908. 42 )
Für  diese  fremden  Länder  mag  die  Unterhaltung  der  Postanstalten
in  China  auch  kein  sonderliches  Opfer  sein,«dehn  die  Briefe  aus  dem  Mutterland ­
  und  den  Kolonien  zu  ihnen  müssen  zu  Hause  Porto  bezahlen,  aber
auch  die  Briefe  in  umgekehrter  Richtung,  aus  China  zurück,  bezahlen  ihr
Porto  an  die  Postkasse  der  fremden  Postanstalt,  also  des  Mutterlandes,  das
sie  unterhält.  Wenn  das  Porto  jetzt  auch  weit  geringer  ist,  als  das  des
Weltpostvereins,  es  kommt  im  ganzen  doch  annähernd  auf  dasselbe  heraus;
einmal  für  die  Hinbriefe  20  Pf.  oder  für  Hin-  und  Rückbriefe  2  mal  je  10  Pf.
Soweit  China  überhaupt  nennenswerte  Briefpostbeziehungen  mit  dem
Auslande  unterhält,  kann  es  jetzt  das  billige  Porto  benutzen.  Das  gilt  nicht
nur  für  die  70  000  Fremden  im  Lande,  sondern  für  alle  Chinesen.  Auch  die
des  weitern  Innern  können  ja  einen  Brief  ins  Ausland,  z.  B.  nach  Frankreich ­
  —  selbst  wenn  sie  vorher  4  Pf.  (das  interne  Porto)  bis  in  die  nächste

Uebertrag  5  540  000

*Su  tschau  (j)  500000
»Swatau  (b.  (1,  j)  65  000
»Tientsin  (b,  <1,  f,  j,  r)  .  .  750  000
»Tschangscha  (j  I  ‘230  000
Tschekam  (fi)
Tschifu  (b,  (1,  f,  j,  r)  .  .  .  100  000
»Tschingkiang  («I,  j)  .  .  .  170  000
»Tschongking  (fi)  .  .  .  .  .  702  000

Summa  .  .  8  063  000

Uebertrag  8  063  000

Tongku  fj)  —
Tsinanfu  ;d)  —
Tschuguschack  (r)  ....
Urga  U')  40  000
Urumtzy  t)  ■
Weihsien  (d)  —
»Wuhu  (j)  123  000
Yünnanfu  (fi)  —
Summa  .  .  8  226  000

In  diesen  39  Städten  Chinas  mit  fremden  Weltpostanstalten
leben  also  8  bis  9  Millionen  Menschen,  und  mit  den  30  Städten  der
Mandschurei,  die  japanische  Weltpostanstalten  haben,  vermutlich  etwa
10  Millionen  oder  mehr.  Die  Städte  ohne  Angabe  der  Einwohnerzahl
—  für  die  meine  Quelle  versagte  —  sind  meist  klein.
40 )  Vgl.  „Archiv  für  Post  und  Telegraphie“  Jahrgang  1900,  S.  ‘239.
41 )  Vgl.  „Deutsche  Verkehrs-Zeitung“  1903,  Nr.  25,  S.  306.
4ä )  „Deutsche  Verkehrs-Zeitung“  1908,  S.  353  f.
            
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