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die Sätze von 1 0 Cents (20 Pf.) für 20 g bei Briefen (weitere 20 g je 6 Cents
= 12 Pf.), 4 Cents (8 Pf.) für Postkarten und 2 Cents (4 Pf.) für je 50 g
Drucksachen usw.
Diese Sätze galten erst kürzlich noch auch im Verkehr mit Deutsch
land und seinen Kolonien. Nur im gegenseitigen Verkehr hatten die
deutschen Postanstalten in China und Kiautschou * 45 ) auch bisher schon einen
ermässigten Tarif für Briefsendungen, der dem chinesischen Inlandstarif
ähnlich war.
Post und Telegraphie“ (Berlin) 1908, Nr. 13, S. 389, und ■ den Artikel
„Verbilligung der Brief- und Zeitungsversendung mit den deutschen Post
anstalten in China“ in der „Deutschen Verkehrs-Zeitung“ 1908, Nr. 25, S. 353
bis 354, wo auch eine Statistik des betreffenden Verkehrs zu finden ist.
Auch die Reichspoststatistik (1906) bringt diese.
45 J Aus dem deutschen Schutzgebiet Kiautschou, wo 7 deutsche
Postämter vorhanden sind, bezahlt man im Verkehr nach Deutschland und
den deutschen Kolonien:
für Briefe
„ Postkarten
„ Drucksachen;
Geschäftspapiere
(mindest. 250 g)
„ Warenproben
(mindest. 250 g)
( bis
\ *
I
20 g
4
Cents
(etwa
8 Pf.)
250 „
8
11
( „
16
11
)
2
11
( „
4
51
)
50 „
1
11
( „
2
55
)
100 „
2
15
( „
4
11
)
250 „
4
11
( „
8
11
)
500 „
8
51
( „
16
11
)
1000 „
12
11
( „
24
15
)
2000 „
24
11
( „
48
15
)
250 „
4
11
( „
8
11
)
350 „
8
15
( „
10
55
)
im Aufbau dem inneren
deutschen Tarif,
nur sind die Sätze überall um etwa 25% niedriger. (Vgl. Berner, Publi
kation über die Ausführung des Weltpostvertrages, S. 59.)
Die chinesische Reichspost hatte bis 1906 in der Provinz
Schantuug (33 Millionen Einwohner) schon in allen Verwaltungsstädten
Postanstalten errichtet. Den drei Hauptpostämtern Tschifu, Kiautschou
und Tsinanfu unterstehen 46 Postämter, 199 Postagenturen und 66 Marken-
verkaufsstellen. Dazu kamen 1906 noch die Postanstalten in Fangtse und
Poschan, am Sitze der Kohlengruben der Schantung-Bergbau-Gesellschaft.
(Nr. 268 der Beichstagsdruoksachen, I. Session 1907, S. 29.)
Nach der deutschen Reichspoststatistik für 1906 (S. 68) wies das
Schutzgebiet Kiautschou im Jahre 2 877 900 Briefsendungen auf, 1419 900
aufgegebene uud 1 458 000 angekommene, die deutschen Postanstalten im
übrigen China aber 1 497 600, davon 611 600 aufgegebene und 886 000 an-
gekömmene. Hier ist natürlich der Orts- und Nachbarverkehr, auch der
deutschen Postanstalten untereinander, mitgerechnet. Bisher war dieser
Verkehr übrigens matt und nahm wenig oder gar nicht zu, wie sonst über
all, sondern er ging noch zurück. 1904 betrug die Gesamtzahl der Sendungen
nämlich 1 727 100 und 1905 waren es 1 599 400, 1906 dann, wie eben erwähnt,
1 497 600. Die neue Portoermässigung war also durchaus ein Bedürfnis.