Full text: Weltporto-Reform

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peken = 15 Pf. beträgt, also fast 4 mal so teuer ist, wie das Porto der chi- 
nesisolren Reichspost (2 Cents = 4 Pf.). Immerhin ist er wohlfeiler, als 
das Weltporto (10 Kopeken = 21,6 Pf.). Daraus ergibt sich aber ein 
russisch-chinesischer Postverein. 
Im Jahre 1900 zählte man schon in 60 Städten Chinas russische Post 
anstalten 63 ), besonders an der Linie Kiaohta—Peking—Tientsin, aber auch in 
Shanghai, Tschifu, Hangtschau, Tschuguschak und Kuldscha (an der Grenze 
der Dsungarei). Weitere Postämter in Ostohina waren geplant; auch bei 
Port Arthur bestanden solche. Schon damals galt das innere russische Brief 
porto (7 Kopeken). 
i) Chinas Postverein mit den Vereinigten Staaten. 
(Seit dem 1. Juni 1903.) M ) 
Die Union unterhält ebenfalls Postanstalten in China, mit denen sie 
zum inneren Tarif verkehrt (vgl. S. 281,302), nämlich in Shanghai eine 
Postagentur, die auch den Verkehr mit einigen anderen Orten des chinesi 
schen Reiches vermittelt. Demnach bilden also Nordamerika und ver 
schiedene Teile Chinas ein einheitliches Verkehrsgebiet, d. h. einen Postverein. 
Das innere Briefporto in Amerika beträgt 2 amerikanische Cents (8,4 Pf.) 
und ist zugleich Vereinsporto; aber auch für Postkarten und Druck 
sachen scheint der innere amerikanische Tarif zu gelten (vgl. S. 271). 
Das amerikanische Weltporto beträgt 5 Cents (21 Pf.) für Briefe. 
Der chinesisch-amerikanische Verein starif gilt, wie es scheint, auch nach 
den auswärtigen amerikansichen Besitzungen. Ob auch nach Cuba und 
Panama oder gar zugleich nach Mexico und Canada, den Postvereins 
genossen der Union, das genau festzustellen war mir einstweilen nicht 
möglich. Wenn aber die chinesischen Postämter Amerikas von der Union 
als Inland aufgefasst werden, so müssten sie eigentlich auch ebenso mit 
Mexico und Canada im Postverein stehen. Wenn amerikanische Briefe nun 
für 8,4 Pf. von Amerika nach Shanghai in China gelangen, so können sie 
für 4 Pf. Zuschlag auch weiter nach allen chinesischen Postorten befördert 
werden. Das macht 12,4 Pf. zusammen, während das amerikanische Welt 
porto von 5 Cents 21 Pf. ausmaoht. 53 * * 
53 ) Vgl. „Archiv f. Post u. Telegraphie“ 1900, 8. 238f. 
64 ) Siehe „Deutsche Verkehrs-Zeitung“ 1903, S. 306. Vorher galten die 
Weltpostvereinstaxen.
	        
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