312
peken = 15 Pf. beträgt, also fast 4 mal so teuer ist, wie das Porto der chi-
nesisolren Reichspost (2 Cents = 4 Pf.). Immerhin ist er wohlfeiler, als
das Weltporto (10 Kopeken = 21,6 Pf.). Daraus ergibt sich aber ein
russisch-chinesischer Postverein.
Im Jahre 1900 zählte man schon in 60 Städten Chinas russische Post
anstalten 63 ), besonders an der Linie Kiaohta—Peking—Tientsin, aber auch in
Shanghai, Tschifu, Hangtschau, Tschuguschak und Kuldscha (an der Grenze
der Dsungarei). Weitere Postämter in Ostohina waren geplant; auch bei
Port Arthur bestanden solche. Schon damals galt das innere russische Brief
porto (7 Kopeken).
i) Chinas Postverein mit den Vereinigten Staaten.
(Seit dem 1. Juni 1903.) M )
Die Union unterhält ebenfalls Postanstalten in China, mit denen sie
zum inneren Tarif verkehrt (vgl. S. 281,302), nämlich in Shanghai eine
Postagentur, die auch den Verkehr mit einigen anderen Orten des chinesi
schen Reiches vermittelt. Demnach bilden also Nordamerika und ver
schiedene Teile Chinas ein einheitliches Verkehrsgebiet, d. h. einen Postverein.
Das innere Briefporto in Amerika beträgt 2 amerikanische Cents (8,4 Pf.)
und ist zugleich Vereinsporto; aber auch für Postkarten und Druck
sachen scheint der innere amerikanische Tarif zu gelten (vgl. S. 271).
Das amerikanische Weltporto beträgt 5 Cents (21 Pf.) für Briefe.
Der chinesisch-amerikanische Verein starif gilt, wie es scheint, auch nach
den auswärtigen amerikansichen Besitzungen. Ob auch nach Cuba und
Panama oder gar zugleich nach Mexico und Canada, den Postvereins
genossen der Union, das genau festzustellen war mir einstweilen nicht
möglich. Wenn aber die chinesischen Postämter Amerikas von der Union
als Inland aufgefasst werden, so müssten sie eigentlich auch ebenso mit
Mexico und Canada im Postverein stehen. Wenn amerikanische Briefe nun
für 8,4 Pf. von Amerika nach Shanghai in China gelangen, so können sie
für 4 Pf. Zuschlag auch weiter nach allen chinesischen Postorten befördert
werden. Das macht 12,4 Pf. zusammen, während das amerikanische Welt
porto von 5 Cents 21 Pf. ausmaoht. 53 * *
53 ) Vgl. „Archiv f. Post u. Telegraphie“ 1900, 8. 238f.
64 ) Siehe „Deutsche Verkehrs-Zeitung“ 1903, S. 306. Vorher galten die
Weltpostvereinstaxen.