Full text : Weltporto-Reform

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einleiten. 2 )  Der  amerikanische  Generalpostmeister,  der  damals
diesen  Plan  seines  Gehilfen  noch  für  etwas  verfrüht  ansah,  hat
ihn  in  den  folgenden  Jahren  sich  bald  zu  eigen  gemacht  und
wiederholt  empfohlen.
Das  Organ  des  Weltpostvereins,  „L’Union  postale“  (1904,
No.  4,  S.  55  f.)  berichtet  darüber,  nach  dem  Verwaltungsbericht
des  amerikanischen  Generalpostmeisters  für  1901/2,  folgendermassen
  in  dem  Abschnitt  „Internationale  Portoermässigung“:

„Das  Inlandbriefporto  in  den  Vereinigten  Staaten  beträgt
2  Cents  (8,4  Pf.)  für  die  Unze  (28,3  g),  während  im  internationalen
Verkehr  5  Cents  für  die  halbe  Unze  (14,15  g)  zu  entrichten  sind.  Hiernach ­
  kann  der  Pall  eintreten,  dass  ein  Brief,  der  im  Inlande  für  2  Cents
nach  seinem  Bestimmungsort  befördert  wird,  bei  der  Versendung  nach
England  einem  Porto  von  10  Cents,  d.  i.  das  Fünffache  der  Inlandtaxe, ­
  unterliegt.
Nach  Ansicht  der  Postverwaltung  sind  die  geschäftlichen  und  gesellschaftlichen ­
  Beziehungen  des  amerikanischen  Volkes  mit  gewissen  europäischen
Völkern  in  einer  Weise  gewachsen,  dass  die  Zeit  gekommen  ist,  das  internationale
Porto  zu  ermässigen,  welches  in  seiner  jetzigen  Höhe  geradezu  einen  Hemmschuh
bilde  für  die  Entwickelung  von  Handel  und  Verkehr  zwischen  den  Vereinigten
Staaten  und  den  grossen  Handelsstaaien  Europas.
Die  Postverwaltung  befürwortet  daher  die  Anknüpfung  von  Verhandlungen
mit  Großbritannien,  Deutschland  und  Frankreich  zum  Zwecke  einer
Vereinbarung  über  die  Ermässigung  des  internationalen  Portos,  die  unzweifelhaft
einen  bedeutenden  Aufschwung  der  internationalen  Korrespondenz  und  binnen
kurzer  Zeit  nicht  nur  die  Deckung  des  durch  die  Ermässigung  entstehenden
Einnahmeausfalls,  sondern  grössere  Erträgnisse  im  Gefolge  haben  würde,  als
solche  unter  der  Herrschaft  der  jetzigen  Taxe  der  Postkasse  zufliessen.“
Diese  Anregung  ist  ja  nun  bekanntlich  in  Bezug  auf  England ­
  schon  seit  dem  1.  Oktober  1908  und  auch  in  Bezug  auf
Deutschland  am  1.  Januar  1909  verwirklicht  worden.
12.  und  14.  November  1904  eine  Ermässigung  des  anormal  hohen  deutschen
Weltpostkarten-  und  Drucksachensatzes  von  10  und  5  Pf.  auf  8  und  4  Pf.,
entsprechend  den  Normalsätzen  von  10  und  5  Centimes  im  ”W  eltpostvertrage,
und  wies  auf  die  bedenkliche  Begünstigung  des  Auslandes  und  Benachteiligung ­
  des  Inlandes  unter  dem  jetzigen  Tarif  mit  dem  Aufschlag
von  23,4%  hin.
Am  25.  Januar  1905  trat  der  Abgeordnete  Eickhoff  im  Reichstage
unter  Wiedergabe  des  Zeitungsartikels  für  diese  Anregung  ein  (beiläufig
gesagt,  ohne  Zutun  des  Verfassers).
2 )  Vgl.  „Archiv  für  Post  und  Telegraphie“  (Berlin)  1899,  S.  930  und
„Deutsche  Verkehrszeitung“  (Berlin)  1899,  S.  278.
            
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