Full text: Weltporto-Reform

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1. Januar 1849 das französische (vorher 20—120 Centimes 
für 7 1 /2 g) einheitlich auf 20 Centimes, dann eine Zeitlang auf 
25 Centimes, vom 1. Mai 1878 ab auf 15 Centimes (15 g), vom 
16. April 1906 an auf 10 Centimes; das österreichische 
Porto (2—14 Kr. C. M. in 7 Zonen) wurde am 1. August 1842 
zweistufig (6 und 12 Kr.), 1850 für den Postverein 3, 6, 9 Kr. 
(dreizonig), 1861 einheitlich 5 Kr.; das preussische Briefporto 
(seit 1824 in 21 Zonen 1 — 19 Sgr.) sank 1844 auf acht Sätze 
von 1—6 Sgr., 1850 auf drei Stufen: 1, 2, 3 Sgr., 1868 auf 
1 Sgr. (10 R.-Pf.) im Norddeutschen Bunde und nachher 
ebenso im Deutschen Reiche (15 g, seit April 1900 20 g); 
und das Auslandsporto im Weltpostverein stellte sich vom 
1. Juli 1875 ab etwa auf 25 Centimes oder 20 1 /i Pf- Dazu kam 
Ende 1869 die Postkarte auf; in Österreich 2 Kr. (jetzt 5 h); 
in England Ya d; in Frankreich anfangs 15 Centimes, seit 1878 
dann 10 Centimes, und erst 1906 5 Centimes; in Deutschland 
anfangs 10 Pf., dann 5 Pf.; im Auslandsverkehr bald einheitlich 
10 Centimes oder 10 Pf. 
Es ist von Reiz, einmal festzustellen, wie diese Porto 
reformen auf den Verkehr wirkten, und zu sehen, welch un 
geheuren Vorsprung England dadurch gewann, dass es schon 
1840 zum billigen Pennyporto überging. 9 ) Auch die Postkarte 
und die neuen Taxen des Weltpostvereins haben ganz neuen Ver 
kehr geschaffen. Man studiere einmal die folgenden Zahlenreihen, 
die in Millionen den Briefverkehr (ohne Drucksachen u. dgl.) 
einiger Länder angeben. (Bfe. = Briefe; Postk. = Postkarten.) 
°) Man findet viele der statistischen Verkehrszahlen (bis 1857) ver 
schiedener Länder auch in Stephans „G-eschichte der preussischen 
Post“; für Frankreich bietet das treffliche Buch von A. Belloc: „Les 
postes franpaises“ (Paris 1886) sehr viel Material. Weithases „Ge 
schichte des Weltpostvereins“ (Strassburg 1895, 2. Aufl.) gibt Tabellen 
über In- und Auslandsverkehr der verschiedenen Länder von 1875—1891 
(S. 149ff.), ebenso J. Jung: „Der-Weltpostverein und sein Einfluss 
auf den Weltverkehr“ (Strassburg 1903, S. 43ff.). Doch musste ich die 
Jahresberichte der englischen Post und die Berner Weltpoststatistik zu 
Hilfe nehmen, um die nachstehende Tabelle anzufertigen. In der englischen 
Briefstatistik bringt man gewöhnlich nur den Gesamtverkehr, ohne Unter 
scheidung des Auslandsverkehrs, wie das bei der älteren Statistik auch 
anderweit der Pall war.
	        
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