Full text : Weltporto-Reform

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im  Reich  das  Brief  gewicht  von  15  auf  20  g  erhöht  und  der
Nachbarortsverkehr  verbilligt.  Österreich  setzte  sein  7-zoniges
Briefporto  von  1817  am  1.  August  1842  (2  Zonen)  herab,  dann
nochmals  1850  und  1861  (Einheitstarif  von  5  Kr.),  endlich  1883
(durch  Erhöhung  des  einfachen  Brief  ge  wichts).  Das  11-zonige
französische  Briefporto  (20—120  Centimes)  wich  während  der
Republik  am  1.  Januar  1849  dem  erwähnten  Einheitsporto  (20  0.,
7  V 2  g)  und  wurde  dann  wiederholt  zeitweilig  auf  25  C.  erhöht,
auch  nach  dem  Kriege  1871,  um  später,  1878,  auf  15  C.  (15  g)
und  endlich  am  16.  April  1906  auf  10  C.  herabgesetzt  zu  werden.
In  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika,  wo  in  älterer
Zeit  auch  verwickelte  vielstufige  teure  Entfernungstarife  mit
Berücksichtigung  der  Briefbogenzahl  heri’schten,  ging  man  bei
Vs  Unze  Gewicht  1845  zu  zwei  Stufen  über  (bis  und  über
300  Meilen  =  483  km;  5  und  10  Cents),  1851  ermässigte  man
die  Sätze  (auf  3  und  6  Cents  bis  und  über  3000  Meilen
=  4827  km.) 14 )  1863  kam  man  auf  die  Einheitstaxe  von
3  Cents, 15 )  am  1.  Oktober  1883  ging  man  auf  2  Cents  (8,4  Pf.)
herab,  am  1.  Juli  1885  erhöhte  man  das  Briefgewicht  von  Va
auf  1  Unze, 16 )  und  schon  seit  20  Jahren  wird  eine  weitere  Ermäßigung ­
  auf  1  Cent  geplant,  ein  Satz,  den  mehrere  Länder
Ostasiens  schon  verwirklicht  haben.
Russland  führte  bereits  1844  den  Einheitstarif  (10  Kopeken,
für  Nachbarorte  jedoch  3  Kopeken)  ein,  der  später  auf  8  und
7  Kopeken  herunterging  und  sicherlich  bald  auf  5  Kopeken
wird  sinken  müssen,  da  der  russische  Brieftarif  neben  dem
türkischen  jetzt  zu  den  höchsten  gehört.
Wir  sehen  also,  dass  auch  die  Portotarife  nicht  sehr  lange
Stillstehen  und  daß  sie  den  Fortschritten  und  Zeitbedürfnissen
folgen  müssen.
Das  gilt  nicht  nur  vom  Inlandsporto,  sondern  ebenso  vom
internationalen  Weltporto,  dessen  Höhe  dem  Verkehr  noch  nicht
die  volle  Entfaltung  gestattet.
14 )  Vgl.  Stephan,  Geschichte  der  preussisohen  Post,  S.  652.
Vgl.  „Deutsche  Yerkehrs-Zeitung“  1908,  S.  444  (von  Stephans  Angaben ­
  mehrfach  abweichend).
10 )  „L’Union  postale“  1888,  S.  78  f.,  und  1886,  S.  129  und  131;  ebenso
1885,  S.  229.
            
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