Full text: Weltporto-Reform

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bei Amerika überhaupt 53,3 und 66,8 %. Bei Afrika allerdings 
erst 20,2 und 18,2 %. Bei Mitrechnung der Kolonialpostvereins 
gebiete würden sich diese Zahlen freilich bedeutend erhöhen. 
Von Australien und Oceanien bilden 91,8% des Ge 
samtareals und 86,1 % der Bevölkerung, vom australischen 
Festland 100% Kachbarpöstvereine. In Asien sind es 77 
und 83 %. 
Erstaunlich gross sind auch viele der Kolonialreichs- 
Postvereine (Tafel IV, S. 46), deren wir insgesamt 11 zählen, 
Russland und die Türkei mit ihrem ausgedehnten Länderbesitz 
mitgerechnet, ebenso Japan mit Formosa, Sachalin und andern 
Inseln, in Verbindung mit dem Postwesen des abhängig ge 
wordenen Korea.*) 
Diese Vereine schliessen meist Länder, die über den runden 
Erdball weit zerstreut sind, zu einem einheitlichen Postgebiet 
mit dem inländischen Porto zusammen, damit den Einheitstarif 
des Pennyportos ohne jede Rücksicht auf die Entfernung bis in 
die äussersten Konsequenzen verfolgend. 
Die nachstehende Tafel gibt zugleich an, in welchen Welt 
teilen die Besitzungen liegen, die so postalisch geeinigt sind, 
uud wie gross ihr Flächenraum und ihre Einwohnerzahl ist. 
*) Nach den Angaben des Berner Bureans im „Recueil“ vom Juli 1902 
galt schon damals im Verkehr Koreas einerseits sowie Japans und der 
japanischen Postämter in China andererseits das interne japanische 
Porto. Nach dem russisch-japanischen Kriege schloss Japan mit dem 
abhängig gewordenen Korea den Vertrag vom 17. November 1905, wonach 
Japan die auswärtigen Angelegenheiten Koreas übernimmt und die innere 
Verwaltung einem japanischen Gouverneur unterstellt. Das koreanische 
Postwesen hatte Japan schon durch ein Abkommen vom 1. April 1905 
vollkommen zur Verwaltung übernommen. Internationale Verkehrs 
abkommen Koreas mit fremden Staaten müssen durch Japan abgeschlossen 
werden, ähnlich, wie Frankreich es mit der Regentschaft Tunis macht. 
Seit dem Juni 1905 gibt es in Korea auch nicht mehr koreanische, sondern 
nur noch japanische Postwertzeichen. Die Verschmelzung beider Post 
bezirke, die also ein einziges Postgebiet oder einen Postverein (Eealunion) 
darstellen, wurde durch eine besondere Erinnerungsmarke gefeiert (vgl. 
„Deutsche Verkehrs-Zeitung“ 1905, S. 269 u. 365). Im Berner Recueil von 
1907 wird Koreas Postverein mit Japan übrigens gar nicht erwähnt.
	        
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