an das Komitee abführe, Zur Einsicht in die Reichsfinanzen
wurde eine ständige Vertretung des Garantiekomitees in Berlin
eingerichtet,
Schon im September 1921 zeigte es sich, daß man die Entwickelung
der Dinge zu optimistisch beurteilt hatte, Die deutschen
Sachleistungen blieben dermaßen hinter den Erwartungen zurück,
daß sie kaum ausreichten, die am 15, November fällige Reparationsrate
zu decken. Deshalb war voraussichtlich fast die
gesamte feste Vierteljahrsrate — 500 Millionen Goldmark — am
15, Januar 1922 in bar abzutragen, Am 15, Februar folgte dann
schon. die erste Rate der Abgabe auf die Ausfuhr mit über 250
Millionen Goldmark,
Gerade in dieser Zeit nahm der Fall der Mark beängstigende
Formen an, Es wurde immer schwieriger, Devisen für Reparationszahlungen,
sei es durch Eingehung von Krediten, sei es durch
Markverkäufe, zu erwerben, Die anhaltende Verschlechterung der
Mark verursachte auch immer größere Fehlbeträge im Haushalt
des Reichs, weil die Steuereinnahmen naturgemäß nicht so schnell
stiegen, wie der Bedarf des Reichs für Gehälter, Löhne und
Materialpreise anwuchs, In diesen Nöten konnte das Garantiekomitee
weder helfend eingreifen, noch eine eigene Entscheidung
treffen, Es beriet im September und Oktober nochmals drei
Wochen lang in Berlin, Alle seine Mitglieder, außer den Franzosen,
ließen sich davon überzeugen, daß es nötig sei, die
nächsten Raten des Londoner Zahlungsplanes zu ändern oder zu
verschieben. Aber das Ergebnis der Arbeiten des Komitees bestand
nur in formellen Anordnungen darüber, wie die Papiermarkeinnahmen
aus den verpfändeten Reichseinkünften in Perioden
von zehn Tagen an das Komitee abzuführen und in Devisen umzuwandeln
seien,
Nun begab sich die Reparationskommission selbst im November
zum ersten Male in corpore nach Berlin, um an Ort und Stelle die
Verhältnisse zu untersuchen, Die Lage war inzwischen noch viel
schlechter geworden. Unter dem Eindruck der Teilung von Oberschlesien,
die den größten Teil des Industriegebietes mit seinen
Schätzen an Kohle, Eisen und Zink an Polen überwies, brach an
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