Unerreicht sind die norwegischen Lebertranfabriken. Der beste
Lebertran wird auf den Lofotinseln aus den Winterfängen des Dorsches be-
reitet. Fernerhin blühen in Norwegen ‘allerhand Fischkonservierungs- und
Fischverpackungsanstalten, ebenso verschiedene Fischguanofabriken. Auf
deutschem Boden ist in Wesermünde hauptsächlich die Fischtran- und Fisch-
guanoindustrie emporgeblüht. An diesem Ort, besonders aber in Kiel und dessen
Nähe befinden sich große Fischräuchereien und Marinieranstalten. Ueber 50
Millionen Mark beträgt der Wert der jährlich in Deutschland zu Räuchereien
und Marinaden verarbeiteten Fische.
Geradezu großartig ist die Fischguanofabrikation in Japan entwickelt,
Der hergestellte Fischdünger hat einen jährlichen Durchschnittswert von 30 bis
40 Millionen M. Sieben Zehntel der Erzeugung entfallen auf die Insel Jesso.
Je nachdem getrocknete Fische und Fischreste oder Knochen und Rückstände
der Fischölgewinnung weiter zu Fischdünger verarbeitet werden, unterscheidet
man verschiedenerlei Dünger. Sardinen und .Heringe dienen in der Hauptsache
zur Herstellung von Fischguano. Vom Hering werden erst Rücken und Seiten-
teile entfernt, geräuchert und konserviert, und Skelett, Kopf und Schwanz so-
dann verarbeitet. Der Heringsfischdünger wird mit Vorliebe für die Reisfelder
benutzt. 56 bis 75 kg genügen, um 10 Ar zu düngen, der dritte Teil davon zur
Düngung von Getreidefeldern. Erstklassiger Heringsdünger hat sich für die
Orangenkultur als ganz vorzüglich erwiesen, so daß schon die Nordamerikaner
solchen Dung für ihre Agrumenkultur nach Kalifornien exportiert haben. Der
Sardinenguano ist besonders für die Indigokultur geeignet.
Vergleicht man die Weltmeere nach ihrer produktiven Seite, steht der
Atlantische Ozean weit über den andern Ozeanen. Ihm folgt der Große
Ozean. Der Indische Ozean wird in dieser Bedeutungsskala stets nachhinken.
Ihm fehlen eben die von der Natur gegebenen Fischgründe gemäßigter Klimate.
Den Wirtschaftswert der einzelnen Ozeane nach ihrer Produktion festzu-
stellen, ist nur in ganz allgemeinen Umrissen möglich. Die Statistik ist zu
lückenhaft. Auch läßt sich noch gar kein Einblick in den Konsum der Natur-
völker gewinnen, der in vielen Gegenden unseres Erdballs doch ein recht an-
sehnlicher ist wie in Polynesien. Nur in enger umzirkten Meeresteilen kann
man sichere Erhebungen über die Fischmengen anstellen.
Der jährliche Weltbetrag an Fischprodukten ‘hatte vor dem
Kriege eine Höhe von rund 1 Milliarde M. Den größten Anteil daran hatten
die Vereinigten Staaten von Amerika mit reichlich 200 Millionen und Groß-
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