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Die katholischen und verwandten Schulen in der Gegenwart
A. Die Nichtinterventionisten.
1. Kapitel.
Die Schule der Réforme sociale.
Le Play gründete 1856, einer Anregung der „Académie
des Sciences Politiques et Morales“ nachkommend, die „Société
internationale des Etudes pratiques d’Economie sociale“ kurz
Société d’Economie sociale genannt. Sie hat zum Zweck,
die materielle und sittliche Lage der Arbeiterbevölkerung (im
weitern, Le Play sehen Sinne) bei allen Völkern mittels der
Methode der Familienmonographien zu erforschen. Die Gesellschaft
ist nach dem Muster der Société d'Economie politique der
liberalen Schule organisiert. Im Winter hält sie monatliche
Sitzungen ab, in welchen die sozialpolitischen Tagesfragen des
In- und Auslandes zur Erörterung gelangen. Ihren Sitz hat
sie in Paris, Rue de Seine 54, wo sie ihren Mitgliedern sowie
jedem Interessenten eine Bibliothek zur Verfügung stellt.
In Brüssel wurde 1881 von Beernaert, Baron de Moreau
und mehreren andern Politikern der katholischen Partei Belgiens
eine Société belge d’Economie sociale ins Leben gerufen,
welche ebenso gut wie die Pariser eine offizielle Organisation
der Le Playschule darstellt, und welche seit 1884 die gesamte
sozialpolitische Gesetzgebung des belgischen Staates inspiriert.
1871 benützte Le Play das Erwachen sozialer Reformbestrebungen,
welches im Gefolge der Katastrophe von 1870
bis 71 in Frankreich eintrat, zur Schaffung einer Propagandaorganisation:
Unions de la Paix sociale. Es sind dies Vereinigungen,
welche die Anfertigung von Monographien nach Le
Play scher Methode und die Verbreitung der Le PI a y sehen
Ideen durch Abhaltung von Vorträgen und Einrichtung von
Volksbibliotheken zum Zwecke haben. Die Unions de la
Paix sociale sind über ganz Frankreich verbreitet; in Paris
finden seit 1882 jährliche Kongresse derselben statt. Sie sind