Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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„sonstigen unterirdischen" Arbeiter betrug 6,15 Mk., der Durch 
schnittslohn der erwachsenen männlichen Tagesarbeiter 4,98 Mk. 
Zu solchen Löhnen müßte eine ganz erhebliche Zulage kommen, 
uni auch diesen Arbeitern und ihren Familien die außerordent 
liche Teuerungszeit einigermaßen erträglich zu machen. 
Bezüglich der von den Zechen gezahlten Kinderzulage bitten 
ivir, dieselbe überall im Lohnbuch besonders auszuführen, da wir 
erfahren haben, daß die Kinderzulage teilweise in der Berech 
nung des Durchschnittslohnes einbegriffen ist. 
Anschließend daran gestatten wir uns noch die Bitte, bezüg 
lich der Lohn- und Abschlagszahlung eine Aenderung eintreten 
zu lassen. Wir bitten, die Lohnzahlung so zu regeln, daß in der 
Zeit vöni 26. bis 30. die Abschlagszahlung für den lausenden 
Monat erfolgt, in der Zeit vom 10. bis 16. des neuen Monats 
die eigentliche Lohnzahlung. Bei der jetzt bestehenden Art der 
Zahlung, müssen diejenigen Arbeiter, die am 1. des Monats 
die Arbeit aufnehmen, volle sechs Wochen warten, ehe sie eine 
Lohnzahlung erhalten. Bei der beantragten Aenderung würde 
sich die Wartezeit wesentlich verkürzen. Besonders für die nach 
Beendigung des Krieges zur Arbeit, zurückkehrenden Bergarbeiter 
würde das eine erhebliche Besserung bedeuten. 
Schließlich haben wir dann noch einen Wunsch bezüglich der 
Einkellerung von Kartoffeln. Im Ruhrgebiet ist die Bevölke 
rung gewöhnt, im Herbst den Kartoffelbedarf bis zur nächsten 
Ernte einzukellern. Das wird ihr in diesem Jahre wegen der 
herrschenden Teuerung schwer werden und vielfach unmöglich 
sein. Tie meisten Arbeiter werden das notwendige Geld nicht 
zusammenbringen können. Es sind deshalb Maßnahmen not- 
wendig, um der Bergarbeiterschaft das Einkellern zu ermög 
lichen. Die Werksverwaltungen haben ja auch schon früher be 
züglich der .Kartoffelversorgung erleichternd eingegriffen. Wir 
bitten daher, daß sie auch in diesem Jahre in entgegenkommender 
Weise die Kartoffclversorgung ihrer Arbeiter übernehmen. Den 
Arbeitern könnten so die notwendigen Kartoffeln zu Vorzugs 
preisen geliefert und eine bequeme Ratenzahlung gestattet 
werden. Es wäre das eine erfreulich wirkende soziale Kriegs 
maßnahme. 
Wir hoffen bestimmt, daß unsere Anträge geneigte Berück 
sichtigung finden, zumal ja die Geschäftslage im Bergbau ein 
Entgegenkommen in der Lohnfrage recht gut gestattet. Jeden 
falls würde die Erfüllung unserer Wünsche die Bergarbeiter 
besser in den Stand versetzen, ihre gerade in der gegenwärtigen 
ernsten Zeit besonders notwendige körperliche Leistungsfähigkeit 
auch im vaterländischen Interesse aufrecht zu erhalten. 
Mit hochachtungsvollem Glückauf! 
(Folgen Unterschriften.)
	        
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