Metadata: Geld-, Bank- und Börsenwesen

2 O. GW. 25. A. 
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besteht, nennt man Z e i ch e n m ü n z e n. S. a. den Abschnitt „Scheide- 
münzen" (S. 48). Mit Kurswert bezeichnet man den Wert, den der 
Handelsverkehr und ausländische Börsen einer Münze geben. 
III. Die währungsfrage. 
j. Der Begriff „Währung" st. 
Als gesellschaftliche Einrichtung ist das Geld geschaffen worden. Bald 
jedoch hat die ordnende Hand des Staates eingegriffen und eine einheit 
liche Regelung des Geldwesens versucht. Das Geldsystem eines bestimmten 
Landes heißt allgemein seine Währung. 
Das Wort „Währung" wird von dem mittelhochdeutschen wereu re 
gelten abgeleitet und hat verschiedene Bedeutung: Man spricht von einer 
Gold-, Silber- oder Papierwährung und hat dann den G e l d st o f f im 
Auge; man unterscheidet bezüglich der nationalen Rechnungsein 
heit Mark-, Pfund-, Franken-, Rubel-, Kronentoährung usw.; man 
spricht endlich von einer deutschen, englischen, französischen, österreichischen 
Währung usw., und will hiermit das Währungssystem eines bestimmten 
Landes charakterisieren. 
Bei diesen verschiedenartigen Anwendungen des Wortes Währung denkt 
man ebensowenig an die körperliche Erscheinung des Geldes in den ein 
zelnen Geldsorten, wie an den reinen Begriff des Geldes, der unab 
hängig ist von seiner Verwirklichung in bestimmten Ländern oder in 
einer bestimmten Organisation. Man versteht vielmehr unter „Währung" 
den als Einheit aufgefaßten Inbegriff des Geldes eines bestimmten 
Staates oder des Geldes in einer bestimmten Verfassung. (Siehe den vor- 
trefflicheil Aufsatz „Geld" von Karl Helfferich im „Buch des Kaufmanns".) 
Im engeren Sinne versteht man unter Währung diejenige vom Staate 
als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannte Geldart, in der jedermann 
Beträge in jeder Höhe zahlen kann bzw. zahlen m u ß. Für das der 
Währung zugrunde liegende Metall besteht unbeschränkte Prägefreiheit, 
d. h. jeder Privatmann hat das Recht, Münzmetall — und zwar Gold, 
tvenn Goldwährung, Silber, wenn reine Silberwährung, oder beide 
l) Da es unmöglich ist, das schwierige Problem der Währungsfrage im 
Rahmen dieses Buches zu behandeln, mußte ich mich darauf beschränken, das 
wichtigste Tatsachenmaterial in gedrängter Kürze zu bringen.
	        
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