arbeitet genommen, um ihnen besondere Ernährungszulagen
zuzuführen. Die beim Herausschaffen und Verladen der Pro
dukte beschäftigten Tagesarbeiter, also alle, die direkt bei der
Förderung beteiligt find, wünschen in den Kreis der Schwerst
arbeiter einbezogen zu werden. Unterzeichnete Verbandsbor
stände unterstützen diesen Wunsch ganz entschieden. Die bei der
Förderung beschäftigten Tagesarbeiter sind mit den unterirdisch
beschäftigten im Betriebe eng verbunden. Sie haben auch eine
außerordentlich schwere Arbeit und meist keine Pausen. In un
unterbrochenem Betriebe werden die Produkte zu Tage gefördert
und verladen. Die dabei beschäftigten Arbeiter sind deshalb
während der ganzen Schicht auch ununterbrochen schwer ange
spannt. Ihr Butterbrot müssen sie in größter Haft bei der Ar
beit verschlingen. Die Hochhaltung ihrer Körperkräfte ist für
den gesamten Betrieb sehr wichUg. Eine Herabminderung ihrer
Leistungsfähigkeit und ihrer Tätigkeit bedeutet gleichzeitig eine
Hemmung des ganzen unterirdischen Betriebes. Diese Gründe
lassen die Erfüllung des Wunsches der genannten Tagesarbeiter
als dringend notwendige erscheinen.
Mit der bisher von den Kommunalverwaltungen festge
setzten Kartoffelration von 1% Pfund pro Tag kommen die
Bergarbeiterfamilien in den Hauptbergbaugebieten nicht aus.
Sie haben schon vor dem Kriege ein größeres Quantum ge
braucht. Jetzt können sie mit 1Pfund noch weniger aus
kommen, weil viele andere Lebensrnittel ganz fehlen oder nur
in ungenügendem Maße vorhanden sind. Insbesondere sind die
Fleisch- imb Fettrationen zu knapp. Wenn bei dem Mangel an
anderen Lebensrnitteln nicht mehr genügend Kartoffeln geliefert
werden, gehen wir bestimmt schlimmen Zeiten entgegen. An
diesem Punkt darf nicht gespart werden, sollen nicht die Stim
mung und die Kraft zum Durchhalten verloren gehen. Wir
bitten, den Bergleuten einen Anspruch auf 3 Pfund Kartoffeln
pro Tag zu gewähren.
Mit vorzüglicher Hochachtung!
(Folgen Unterschriften.)
Eingabe um Vermittelung in Knappschaftsfragen.
Bochum, Essen, Oberhausen, den 27. Septbr. 1916.
An Se. Exzellenz den Herrn Minister für Handel
und Gewerbe, Dr. Sydow, Berlin W.
Die ergebenst Unterzeichneten ersuchen Ew. Exzellenz, bezug
nehmend auf eine Aussprache mit Herrn Geh. Oberbergrat Reuß