Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

Knappschaftsverwaltung gebunden. Eine solche Bindung liege 
aber nicht ini Interesse der Knappschaftsmitglieder. 
Die Herren Werksvertreter ersuchten nun in einer Eingabe 
vom 16. April 1916 das König!. Oberbergamt in Dortmund, 
dahin zu entscheiden, daß der Aerztevertrag, d. h. der Antrag 
der Verwaltung als angenommen gelte. 
Vom Vertreter des König!. Oberbergamts, Herrn Ober 
bergrat Kreisel, wurden darauf Verhandlungen mit der Per 
sonalkommission der Vorstandsältesten gepflogen, an welchen 
auch die Vertreter der Organisationen teilnahmen. Inzwischen 
war unterm 5. August 1916 von 77 Aeltestenabgeordneten ein 
Antrag auf Einberufung einer Generalversammlung eingereicht 
worden mit der Tagesordnung: Erhöhung der Invaliden-, Wit 
wen- und Waisenpension um 20 Prozent und des Krankengeldes 
um 10 Prozent. 
Die gepflogenen Verhandlungen ergaben, daß in der Sitzung 
des Satzungsausschusses vom 18. August 1916 die Herren Werks 
vertreter sich damit einverstanden erklärten, daß die Herren 
Aerzte sich die Ruhegehalts- und Hinterbliebenenkasse selbst 
gründen und das Risiko übernehmen sollten. Die Verwaltung 
dieser Kasse sollte jedoch durch die Knappschaftsverwaltung er 
folgen. 
Die gesamten .Knappschaftsmitglieder sind der Ansicht, daß 
der Knappschaftsverein mit einer Ruhegehalts- bezw. Hinter 
bliebenenkasse der Aerzte nichts zu tun haben darf. Zunächst 
muß es den Herren Aerzten selbst überlassen werden, ob sie sich 
eine solche Kasse gründen wollen. Wollen sie das aber, so sollen 
sie unabhängig vom Allg. Knappschaftsverein mit eigenen Mit 
teln und unter selbstgeschaffener Verwaltung eine derartige 
Kasse führen. 
Die Knappschaftsverwaltung besteht ans die Einführung 
der Hinterbliebenen-Kasse der Aerzte, weil sie dadurch die 
Herren Knappschaftsärzte besser binden könne. Daß diese aber 
schon ohnehin genug gebunden sind, dürfte beigefügte Geschafts- 
anweisung der Knappschaftsverwaltung beweisen. Sehen wir 
doch, daß die Errichtung dieser Kasse schon auf Widerstand ein 
zelner Aerzte stößt. So wird im Protokoll der Sitzung des 
Satzungsausschnsses vom 18. August 1916 darauf hingewiesen, 
daß möglicherweise anzunehmen sei, daß eine ungewisse Anzahl 
unter den Aerzten, besonders jüngere und unverheiratete, die 
Auszahlung der Gesamtsumme, also der 6 Mark Honorar, vor 
ziehen würde. 
In der Sitzung des Satzungsausschusses vom 31. Aug. 1916 
wurde den Vorstandsültesten mitgeteilt, daß der Bergbauliche 
Verein beabsichtige, dem Allg. Knappschaftsverein fiir bedürftige 
Invaliden, Witwen und Waisen 4 Millionen Mark zur Ver-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.