Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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beschäftigte  jugendliche  Personen  unter  16  Jahren  zu  erhöhen, ­
  sowie  bei  den  Akkordarbeiten  eine  Erhöhung  der
Gedingesätze  um  26  Prozent  eintreten  zu  lassen.
Erfreulicherweise  sind  die  Ergebnisse  des  Braunkohlenbergbaues ­
  derartig,  daß  die  Erfüllung  des  vorgetragenen  Wunsches
möglich  ist.  Durch  Erfüllung  des  Wunsches  würde  noch  erreicht
werden,  daß  die  Abwanderung  eingearbeiteter  Belegschaftsnn:
glieder  nach  anderen  Industrien  vermindert  wird.
Indem  wir  auf  Entgegenkommen  rechnen,  bitten  wir,  einen
Tag  zu  bestimmen,  an  dem  Vertreter  der  unterzeichneten  Organisationen ­
  zwecks  mündlicher  Verhandlung  über  die  Eingabe  bei
der  verehrlichen  Verwaltung  vorsprechen  könnten.  Einer  diesbezüglichen ­
  geneigten  Antwort  baldmöglichst  entgegensehend
mit  hochachtungsvollem  Glückauf!
(Unterschriften-)

Die  Vorstände  der  vier  Bergarbeiterverbände  hielten  am  10.
August  eine  gemeinsame  Besprechung  ab,  um  zu  den  von  einer
Anzahl  Arbeiterausschüsse  und  Bergarbeiterversammlungen  erhobenen ­
  Lohnforderungen  Stellung  zu  nehmen.  Nach  sorgfältiger
Berücksichtigung  aller  in  Betracht  kommenden  Verhältnisse  kamen
die  Vorstände  zu  folgendem  Beschluß:  Sämtliche  Arbeiterausschüsse
  auf  den  Ruhrzechen  mögen  bei  ihren  Werksverwaltungen
eine  alsbaldige  Lohnerhöhung  beantragen,  welche  zur  Folge  hat,
daß
1.  der  Lohn  für  Hauer  und  Lehrhäuer  pro  Schicht  nicht
unter  12  Mark,  ausschließlich  Kinder-  und  etwaigen  anderen ­
  Teuerungszulagen,  beträgt;
2.  die  Schichtlöhne  für  erwachsene  männliche  Arbeiter  um
1  Mark,  für  erwachsene  weibliche  Arbeiter  um  76  Pfg.
und  für  Jugendliche  um  50  Pfg.  erhöht  werden  ;
3.  die  jetzt  gezahlten  Kinderzulagen  überall  verdoppelt
werden.
Die  Verbandsvorstände  sehen  gegenwärtig  davon  ab,  vorgenannte ­
  Forderungen  in  einer  Eingabe  an  die  Organisation
der  Werksbesitzer  zu  vertreten,  da  diese  es  erfahrungsgemäß  leider ­
  immer  noch  ablehnt,  mit  den  Arbeiterorganisationen  zu  verhandeln. ­
  Sollten  die  einzelnen  Zechenverwaltungen  in  den  Verhandlungen ­
  mit  ihren  Arbeiterausschüssen  vorstehende,  durch  die
gegenwärtigen  Teuerungsverhältnisse  durchaus  gerechtfertigten
Forderungen  nicht  bewilligen,  so  empfehlen  wir  den  Arbeiterausschüssen ­
  die  Anrufung  der  durch  das  Hilfsdienstgesetz  eingeführten ­
  Schlichtungsstellen.  Wir  erwarten  bestimmt,  daß  die
Belegschaften  keine  weiteren  Schritte  ohne  das  Einverständnis
der  Verbandsleitungen  unternehmen.
Mit  Glückauf!  Die  Verbandsvorstände.
            
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