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I. Der Begriff des Wertes.
einen Gebrauchswert haben muß, aber nicht umgekehrt. Die sogenannten
freien oder natürlichen Güter, wie Luft und Wasser, find
nur Naturstoffe ohne Tauschwert, die aber einen Gebrauchswert
erlangen und damit zu Gütern werden können. Ein im Verkehre
wertloses oder geringwertiges Stückchen Stein oder Blei kann dem
Einzelnen als Andenken an eine liebgewordene Stätte oder an eine
wichtige Lebensepisode äußerst „wertvoll" sein, aber erst bei einer
Verbreitung eines solchen Gebrauchswertes bildet sich ein Tauschwert
aus, so daß z. B. die an sich unverwendbare Lava von
Besuchern des Vesuv gekauft wird. Der Gebrauchswert kann sich
ferner, da er auf bloßen Beziehungen des Menschen zur Außenwelt
beruht, an jedes Stück der äußeren Natur anknüpfen, für das noch
von keinem Menschen ein Aufwand gemacht worden ist. Wenn
nach einem Beispiel von Böhm-Bawerk ein gediegener Goldklumpen
als Meteorstein niederfällt oder eine Silbermine entdeckt wird,
so ist dieses Gold und Silber gewiß ein Gut, aber nicht deshalb, weil
es auch natürliche Güter gibt, sondern deshalb, weil diese Stücke an
jenen Gebrauchswerten Anteil erhalten, welche für Gold und Silber
durch die Verwendung zu Geld und Schmuck geschaffen worden sind.
Von den Genußgütern, welche ^Bedürfnisbefriedigung unmittelbar
dienen, sind die Kapitalsgüter oder Produktionsmittel aller Art zu
unterscheiden, welche diese Bedürfnisbefriedigung bloß vermitteln.
Ihr Gebrauchswert ist nur abgeleitet von dem Gebrauchswert jener
Genußgüter, zu deren Hervorbringung oder Erlangung sie dienen.
Bei ihnen wird auch eine geringere Divergenz zwischen Gebrauchswert
und Tauschwert entstehen als bei den Genußgütern, weil sie
gewöhnlich von allgemein geltenden wirtschaftlichen Gesichtspunkten
beurteilt werden. Die meisten werden in einer kurzen Reihe von
Jahren konsumiert, aber wieder reproduziert. John Stuart Mill
behauptet (Princips of political economy, b. I, ch. 5), daß der
größte Teil des in England existierenden Reichtums durch Menschenhände
in den letzten zwölf Monaten geschaffen wurde. Während
es nur privatwirtschaftliche Genußgüter gibt, weil die Bedürsnisbeftiedigung
das Endziel der wirtschaftlichen Tätigkeit ist, sehen
wir bei den Kapitalsgütern neben privatwirtschaftlichen in einem
größeren Ausmaße auch volkswirtschaftliche entstehen, von denen
einige sogar von fast unbegrenzter Tauer sind, wie Kanäle, Entsumpfungs-
und Bewässerungsanlagen, Aufforstungen usw. Manche
sind im Ruhezustände, weil sie aus irgend einem Grunde an der
Produktion nicht beteiligt sind, andere leben wieder auf oder ent-