Full text: Kaufmanns Herrschgewalt

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VII. Reichtum und sein Gebrauch. 
kaufen, von Zeitungsaktien angefangen bis zu Pachtgrundstücken. 
Dennoch: Kapital wirft heutzutage so wenige Zinsen ab, daß ich 
jedermann raten möchte, sich gar wohl vorzusehen, bevor er sein 
Geld anlegt. Ich habe schon früher Arbeitsleuten und Geistlichen, 
gelehrten Professoren, Künstlern, Musikern und Ärzten, sowie allen 
ähnlichen Berufsklassen den Rat gegeben: Legt Euer Geld nicht 
in Geschäften an; Geschäfte sind nicht für Euresgleichen. Kauft 
Euch zunächst ein eigenes Heim, habt Ihr dann noch überflü- 
siges Kapital, so legt dasselbe in weiterem Hausbesitz an; oder 
erwerbt eine Grundschuld auf Hausbesitz oder auf eine Eisenbahn; 
aber nehmt nur erste Hypothek und begnügt Euch mit einem 
kleinen Zinsfuß. Man sollte bedenken, daß unter je hundert Leu 
ten, die auf eigene Hand Geschäfte betreiben, immer fünfundneunzig 
früher oder später zugrunde gehen. Ich weiß das aus eigener 
Erfahrung. Ich könnte hier Hudibras' Verse zitieren und Sie 
versichern, soweit Fabrikation in Betracht kommt, ist, was er als 
Wahrheit erkannt, auch heute noch zum großen Teil volle Wahrheit: 
(Ay me! What perils do environ 
The man, that meedles with cold iron.) 
„Oh, welch’ Gefahren doch umkreisen 
Den, der sich einläßt mit kaltem Eisen.“ 
Die Besitzer unserer bestehenden Eisen- und Stahlgeschäfte 
können bezeugen, daß dem so ist, mag es sich nun um kaltes 
oder warmes Eisen oder Stahl handeln; ganz das gleiche trifft 
auf andere Geschäfte zu. 
Die hauptsächlichste Klage gegen unsere gegenwärtigen in 
dustriellen Verhältnisse besteht darin, daß sie große Reichtümer 
in die Hände weniger fließen lassen. Ja, in die Hände sehr 
weniger, das ist wahr. So verhielt es sich, wie ich bereits ausein 
andergesetzt, allerdings früher, unmittelbar nachdem die neuen 
Erfindungen die Weltverhältnisse umgestaltet hatten; doch heut 
zutage trifft das nicht mehr zu. Reichtum verteilt sich jetzt immer 
mehr und mehr unter vielen. Der Teil des durch Arbeit und 
Kapital gemeinschaftlich erworbenen Nutzens, welcher jetzt der 
Arbeit zufällt, war niemals so groß, und der dem Kapital zu 
fallende Gewinnanteil niemals so gering wie heutzutage. Während 
der Gewinn aus Kapitalvermögen um mehr als die Hälfte ge
	        
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