Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

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VIII.  Das  Schreckgespenst  der  Trusts.

zu  erhöhen.  Dazu  ziehen  die  ungewöhnlichen  Verdienste  die  Aufmerksamkeit ­
  seiner  Geschäftsleiter  oder  derer,  die  mehr  oder  weniger ­
  bei  der  Fabrik  interessiert  sind,  auf  sich  und  machen  wieder
anderen  von  der  Ertragsfähigkeit  der  Werke  Mitteilung.  Neue
Teilhaberschaften  bilden  sich,  neue  Werke  werden  eingerichtet;
nicht  lange  darauf  sind  die  Bedürfnisse  für  den  Artikel  voll  gedeckt,
und  die  Preise  bleiben  die  alten.  Bald  wird  das  Angebot  größer
als  die  Nachfrage;  infolgedessen  bleibt  etwas  Ware  unverkauft,
und  die  Preise  beginnen  wieder  zu  fallen.  Sie  fallen  so  lange,
bis  der  betreffende  Artikel  auf  Kosten  der  weniger  günstig  situierten ­
  und  weniger  fähig  geleiteten  Fabriken  verkauft  wird;
ja  sogar  bis  die  best  situierte  und  best  ausgestattete  Fabrik  den
Artikel  nicht  mehr  zu  den  Preisen  erzeugen  kann,  zu  denen  er
überhaupt  noch  verkäuflich  ist.  Selbst  die  Nationalökonomen  erklären, ­
  daß  dann  die  Schwierigkeit  beginne:  Güter  werden  nicht
unter  dem  Kostenpreis  erzeugt.  Das  traf  voll  in  dem  Zeitalter
Adam  Smiths  zu,  aber  es  trifft  nicht  mehr  heutzutage  zu.  Solange ­
  ein  Artikel  von  kleinen  Fabrikanten  gewöhnlich  im  eigenen
Hause  mit  Hilfe  von  ein  paar  Tagesarbeitern  und  ein  paar  Lehrjungen ­
  erzeugt  wird,  ist  es  leicht,  die  Produktion  einzuschränken
oder  gar  einzustellen.  Wie  heutzutage  Fabrikation  betrieben  wird
—  in  ungeheuren  Betrieben  mit  5  bis  10  Millionen  voller  Kapitalanlage ­
  und  mit  Tausenden  von  Arbeitern  —  ist  es  für  den
Fabrikherrn  viel  weniger  kostspielig,  mit  einem  bestimmten  Verlust ­
  per  Tonne  zu  arbeiten,  als  seiner  Gütererzeugung  Einhalt
zu  tun.  Arbeitseinstellung  würde  eine  äußerst  ernste  Sache  sein.
Die  Voraussetzung  für  billigere  Fabrikation  ist  Vollbetrieb.  Zwanzig
verschiedene  Ausgaben  sind  dauernde,  feste  Ausgaben.  Viele  davon
würden  durch  Betriebseinstellung  nur  noch  viel  größer  werden.
Daher  wird  der  Artikel  oft  Monate,  ja,  wie  ich  aus  eigener  Erfahrung ­
  weiß,  sogar  Jahre  hindurch  weiter  forterzeugt,  nicht  nur
ohne  jeden  Gewinn  und  ohne  jede  Verzinsung  des  Kapitals,  sondern
sogar  zum  Schaden  des  darin  angelegten  Kapitals.  Die  Fabrikanten
sehen  sich  Jahr  für  Jahr  bei  ihrem  Bücherabschluß  Kapitalsverlusten ­
  gegenübergestellt.  Einerseits  bedeutet  Fortsetzung  des  Betriebes ­
  unter  diesen  Umständen  fortgesetzten  Verlust,  andererseits ­
  Einstellung  desselben  sicheren  Ruin.  Ihre  Konkurrenten  be ­
            
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