Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

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X.  Geschäft.

Gewöhnlich  werden  Sie  viele  Schwierigkeiten  haben,  überhaupt ­
  nur  einen  Anfang  zu  machen,  ausgenommen  der  außerordentlich ­
  Vorgebildete.  Für  ihn  bestehen  dergleichen  Schwierigkeiten
nicht;  er  hat  die  Aufmerksamkeit  seiner  Lehrer  auf  sich'  gezogen;
diese  kennen  viele  Geschäftsleute.  Er  erhielt  Preise,  ist  der  Erste
in  seiner  Klasse  und  hat  ungewöhnliche  Fähigkeiten  sowie  Eigenschaften ­
  des  Charakters  gezeigt,  die  im  allgemeinen  Wettbewerbe
von  allergrößtem  Werte  sein  müssen;  er  hat  sich  als  ein  Mann
von  großer  Selbstachtung,  von  untadelhaften  Gewohnheiten,  gesundem ­
  Menschenverstand,  richtiger  Methode  und  unermüdlichem
Fleiße  gezeigt;  seine  Mußestunden  wendet  er  zur  Erweiterung
seiner  Kenntnisse  an,  zu  einer  Arbeit,  die  seine  besondere  Freude
ist.  Und  noch  etwas  anderes,  sehr  Wichtiges  kommt  hinzu:  seine
Geldverhältnisse  sind  jederzeit  geordnet;  gewissenhaft  weiß  er
sich  nach  der  Decke  zu  strecken  und  endlich  hat  er,  was  keineswegs ­
  das  unwichtigste  ist,  dargetan,  daß  er  mit  ganzer  Seele
in  seiner  Arbeit  lebt.  Zu  all  dem  besitzt  er  das,  was  in  den'
meisten  Fällen  eine  starke  Gewähr  für  Fleiß  und  nützlichen  Ehrgeiz ­
  bedeutet:  Mangel  an  Reichtum;  er  wird  deshalb  gezwungen,
sich  selbst  seinen  Weg  in  die  Welt  zu  bahnen.  Auch  ist  er
[noch  kein  Millionär,  sondern  will  erst  einer  werden.  Er  hat
keinen  reichen  Vater,  oder  was  beinahe  noch  besser,  keine  reiche
Mutter,  die  ihn  im  Müßiggang  unterstützen  würde,  sollte  er  sich
als  untüchtig  erweisen;  er  besitzt  keinen  Schwimmgürtel  und  muß
daher  ganz  aus  eigenen  Kräften  entweder  schwimmen  oder  untergehen. ­
  Ehe  dieser  junge  Mann  noch  die  Hochschule  verläßt,
ist  er  schon  ein  Auserwählter.  Mehr  als  ein  weiter  Weg  liegt
vor  ihm  offen.  Alle  Türen  tun  sich  ihm  auf,  bevor  er  noch’
angeklopft  hat;  der  kluge  Arbeitgeber  wartet  geradezu  auf  ihn.
Nicht  das  schriftliche  Zeugnis  seines  Professors  —  denn  Zeugnisse ­
  müssen  immer  oft  gelesen  werden  und  werden  bis  zu
einem  bestimmten  Grade  ja  auch  gelesen  —  sondern  ein  oder
zwei  Worte,  die  jener  mit  dem  Geschäftsinhaber  wechselt,  welcher ­
  immer  nach  dem  außerordentlich  fähigen  und  gebildeten
jungen  Mann  auf  der  Lauer  liegt,  sichern  ihm  alles,  was  ein
junger  Mann  einzig  und  allein  bedarf  —  nämlich  ein  Beginnen.
Die  wertvollste  Erwerbung  für  einen  Geschäftsmann  bleibt  der
            
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