6
Rom wurden 269 v. Chr. die ersten Silber-, 207 v. Chr. die ersten Goldmünzen
geschlagen — moneta genannt nach der beim Tempel der „warnenden" Juno
(Juno moveta) auf dem Kapitol belegencn ersten Münzstätte.
Folgende Stufen des Münzverkehrs sind deutlich erkennbar:
1. Münzen fremder, bereits weiter in der Entwicklung vorgeschrittener
Völker laufen um. Sie gelangen ins Land infolge des Söldnerdienstes,
des Hausier, und Grenzverkehrs, des Verkaufs von Vieh, von
Sklaven und einigen Naturprodukten.
2. Eine eigene Prägung findet statt, aber die Münzen sind noch unzweckmäßig
hergestellt, und ihr Umlauf ist örtlich und zeitlich b e °
s ch r ä n k t, d. h. sie werden für bestimmte Orte geprägt und gelten meist
nur für ein Jahr (bis zum nächsten Jahrmarkt).
3. Die Geltungsdauer der Münzen ist nicht begrenzt, ihre Umlaufsfähigkeit
aber auf ein kleines Gebiet beschränkt. Münzverschlechterungen
und Umprägungen erfolgen häufig.
4. Der Staat regelt das Münzwesen für größere Gebiete nach einheitlichen
Grundsätzen, und mit anderen Staaten werden Münzverträge
abgeschlossen.
Die Münzen werden entweder st offvollwertig geprägt, d. h. der
Stoffwert des Metalles stimmt mit dem Nennwert der Münzen überein,
oder es wird stoffminderwertiges Geld ausgegeben: der Nennbetrag
übersteigt den Stoffwert.
So prägte man schon in der Münze Friedrichs des Großen während des
Siebenjährigen Krieges statt massiver Silberstücke versilberte Münzen aus
Messing »nd Kupfer. Stoffminderwertigcs Geld sind stets die für den Kleinverkehr
geschaffenen Scheidemünzen, die aus Silber, Nickel, Bronze,
Aluminium, Eisen u. dgl. hergestellt werden. In manchen Ländern brauchen
sie nur bis zu einem im Münzgesctz bestimmten Betrage in Zahlung genommen
zu werden.
4. Papiergeld
Das stoffwertige Geld sMünz-, vorher Warengeld) wird im Lauf der
Entwicklung mehr und mehr von dem Papiergeld verdrängt, das
seinem Stoff nach wertlos ist. Das Papiergeld hat also keinen
eigenen Gebrauchswert (während das Goldstück z. B. auch zu zahntechnischen
Zwecken verwendet oder in Schmuck verwandelt werden kann); es steht auch