in den Vereinigten Staaten.
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Flott gemachte Barken werden bald auf dem Ohioflusse und in
dem erweiterten Erie-Kanal schwimmen; ebenso in dem Kanal
von Chicago nach dem Mississippi; noch viele andere Wasser
wege werden sich öffnen, auf denen die Rohmaterialien für Stahl
und der fertige Stahl selbst für Fabriken zu gleichen Sätzen, wie
die bereits für die Seen bestehenden, befördert werden können: das
heißt, für ein Drittel und oft für ein Viertel der Eisenbahnfrachten.
Es liegt kaum in den Grenzen der Möglichkeit, daß ein noch
besseres oder gar billigeres Verfahren für die Fabrikation von
Stahl in Zukunft entdeckt werden könnte, oder daß eine Ver
besserung der Methoden möglicherweise die Kosten noch viel
weiter herabzusetzen und uns dahin zu bringen vermöchte, Stahl
ohne Verlust zu noch geringerem Preise, als drei Pfund für zwei
Cent zu liefern. Das zwanzigste Jahrhundert wird mit allen Wun
dern, die es noch zu unserer Überraschung bergen mag, wahr
scheinlich im wesentlichen mit der Stahlfabrikation, wie sie jetzt
besteht, endigen; jedoch mit dem offenen Herd (Siemens-Martin-
Verfahren). Scheint doch kaum noch viel Raum für Verbesse
rungen.
Schon die letzten Jahre sahen die Ausfuhr von Stahl aus
Amerika nach anderen Ländern. Die Republik der Vereinigten
Staaten hat nicht nur ihre eigenen Bedürfnisse gedeckt, sondern
trägt jetzt auch zur Deckung der Bedürfnisse der ganzen Welt
bei, nicht allein in Stahl, sondern auch in tausend anderen Artikeln,
deren Hauptbestandteil der Stahl ist. Die Billigkeit in der Ver
fertigung des Stahls verallgemeinerte dessen Benützung so außer
ordentlich, daß die für seinen zukünftigen Gebrauch unternom
menen Schätzungen kaum mehr als bloße Mutmaßungen vorstellen
können. Hier ein Beispiel für viele: Es ist erst wenige Jahre her,
daß nicht eine einzige Tonne Stahl für Eisenbahnfrachten in Amerika
benutzt wurde; heute verbraucht man allein zu diesem Zweck
täglich tausend Tonnen. In der Tat, so reißend greift die Ver
wendung des Stahls um sich, daß kaum abzusehen ist, wie die
Bedürfnisse des Weltmarktes in Zukunft zu befriedigen sein werden.
Gegenwärtig arbeiten die Eisenstein- und Kokskohlenwerke in
England mit angespanntester Kraft, und doch zeigt sich die Aus
beute nicht wesentlich erhöht. Dasselbe ist in Deutschland der