Einleitung.
XV
Wirt etwas hat, haben die Vertreter der übrigen volkswirtschaft
lichen Berufe gleichfalls etwas. Dieser Zusammenhang von Land
wirtschaft, Industrie, Fabrikwesen und Bankwesen ist mehr oder
weniger seit längerer Zeit zerrissen. Ja, in einzelnen Ländern, wie
beispielsweise in Deutschland, stehen sich zeitweise Landwirtschaft
und Industrie gleich zwei feindlichen Brüdern entgegen. Immer
hin verlor Industrie sowohl wie Bankwesen trotz aller internationalen
Entwicklung niemals voll und ganz den vaterländischen Boden,
auf welchen sie erwachsen waren. Erst mit der Entwicklung der
großen Weltbörsen in London, Paris, Berlin usw. kam ein aller
dings kaum zu vermeidender internationaler Zug in das Geschäfts
wesen der europäischen Völker. Dieser internationale Zug ist jetzt,
man möchte fast sagen, zur volkswirtschaftlichen Dominante ge
worden in der Weltwirtschaft durch Schaffung der internationalen
Trustsysteme; denn die Trusts, ob amerikanisch, deutsch oder englisch
in ihrem Ursprung, haben kein anderes Interesse und kein anderes
Verlangen, als die von ihnen produzierte Ware auf dem Weltmarkt
abzusetzen. Sie sind bloße Kapitalsinstitute, darauf bedacht, das
ihnen zu Gebote stehende Kapital entweder als solches oder in Form
von Waren in Umsatz zu halten. Bei ihnen zählt die Individualität
des Einzelnen nur soweit, als er ihnen behilflich ist, durch Geist,
Talent und Organisationsgabe diese Aufgabe möglichst gewinn
bringend für die Trusts zu erfüllen. Von einer Rücksicht auf Nationa
lität oder gar von einem idealen menschlichen Zuge, wie er früher
so vielen einzelnen Großkaufleuten eigen gewesen, ist bei ihnen
nicht die Rede. Sie suchen mit möglichst großem Nutzen, und wenn
es nicht mit Nutzen geht sogar mit Schaden ihre Produkte an den
Mann zu bringen, gleichviel ob der Industriezweig, den sie ver
treten oder der Arbeiter, der bei ihnen beschäftigt ist, darunter leidet
oder nicht.
Wenn irgend jemand, so haben die Trusts mit ihren Begleit
erscheinungen zum Wachsen der internationalen sozialistischen und
anarchistischen Bewegung beigetragen.
Darin aber liegt eine kaum zu überschätzende Gefahr für die
Entwicklung der Menschheit. Denn es kann nicht fehlen, daß die
gegen diese übermächtige täglich wachsende Massenansammlung
von Kapital in wenigen Händen und gegenüber der in diesen Massen
ansammlungen von Kapital zur Erscheinung kommenden Organi