Full text: Kaufmanns Herrschgewalt

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XIII. Die natürlichen 01- und Gasquellen 
stoff volle fünf Jahre lang brennen, da kein Kapitalist auch nur 
die £ 40000 (800000 M.) für die Legung von Gasröhren in die 
Faktoreien und Mühlen, wo das Gas benutzt werden konnte, 
herzugeben willens schien. 
Ich besuchte den Bezirk vor kurzem und fand dort neue Gas 
quellen. Das Gas von den drei mächtigsten Quellen strömte 
immer noch in die Luft aus. In der Tat, ein wunderbarer An 
blick. Das Gas strömt mit solcher Gewalt durch die sechs Zoll 
breite Röhre, welche zwanzig Fuß hoch über die Erdoberfläche 
aufsteigt, daß es sich erst sechs Fuß hoch über der Rohraus- 
mündung entzündet. In den klaren blauen Himmel blickend, sieht 
man ohne jede sichtbare Verbindung mit der Erde, einen tan 
zenden goldenen Geist, welchen der Wind in phantastische For 
men wandelt und nach allen Richtungen hin umherwirbelt. Da 
das Gas aus der Quelle mitten in die Flamme hineinschlägt und 
teilweise durch die Flamme hindurchströmt, so kräuselt sich der 
untere Teil der Flamme nach einwärts, bringt dabei die schönsten 
Lichtwirkungen hervor und sammelt sich in reizenden Falten am 
Grunde, gleich einer wahren Feuersäule. Und dabei ist nicht 
auch nur ein einziges Atom Rauch zu bemerken. Jetzt bringen 
bereits vier verschiedene Röhrenlinien, von denen zwei acht Zoll 
im Durchmesser haben, das Gas von dem eben beschriebenen 
Bezirke nach den Fabriketablissements in Pittsburg, und eine fünfte 
Röhre versorgt unsere Bessemer Stahlwerke damit, in einer Ent 
fernung von neun bis zehn Meilen. Eine andere Röhre, zehn 
Zoll im Durchmesser, wird eben gelegt. 
Die Kosten für die Röhrenlegung werden, das Wegrecht mit 
eingeschlossen, jetzt auf £ 1500 (30000 M.) die Meile berechnet, so 
daß die Linie nach Pittsburg ungefähr £ 27000 (540000 M.) die 
Meile kostet. Die Bohrungskosten belaufen sich ungefähr auf £ 1000 
(20000 M.). Die dabei befolgte Art des Vorgehens ist folgende: 
Zuerst wird ein Kran aufgerichtet; eine sechs Zoll breite, schmiede 
eiserne Röhre wird dann unter dem Kran in die weiche Erde ge 
trieben, etwa 75—100 Fuß tief, bis man auf Gestein stößt. Darauf 
werden große Drillbohrer im Gewicht von drei bis zu viertausend 
Pfund (1500—2000 Kilo) in Tätigkeit gesetzt; sie steigen und 
fallen bei jeder Bewegung vier bis fünf Fuß. Die zur Bewegung
	        
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