Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

XVI.  Eisen  und  Stahl  daheim  und  in  der  Fremde.  193
sind  daher  in  der  Lage,  miteinander  verbunden,  auf  ihrem  einheimischen ­
  Markte  einen  hohen  Preis  zu  erzielen.  Das  setzt  sie
in  den  Stand,  ins  Ausland  zu  verladen  und  dort  billig  zu  verkaufen.
Auch  sie  streben  danach',  den  Weltmarkt  zu  ihrem  Schalter  zu
machen.  Es  waltet  jedoch  dabei  der  Unterschied  ob,  daß  die  in
Deutschland  von  den  Konsumenten  geforderten  Preise  die  Konsumption
  beschränken.  Unsere  eigenen  außerordentlich  niedrigen
Preise  —  3  Pfund  Stahl  für  2  Cent  —  vergrößern  dagegen  die
Kauflust.  Deutschlands  Stellung  ist  auf  Sand  gebaut.  Ich  bin  zwar
für  alle  diejenigen  Fälle  ein  strammer  Schutzzöllner,  in  denen  eine
Aussicht  besteht,  durch  zeitweiligen  Schutzzoll  den  Käufer  eines
bestimmten  Artikels  besser  und  billiger  mit  einheimischem  Fabrikat,
denn  mit  fremdem  zu  versorgen.  Wo  das  nicht  möglich  ist,  glaube
ich'  auch  nicht  an  den  Schutzzoll;  Deutschland  aber  hat  seine  gesunde ­
  Wirtschaftspolitik  verlassen  und  ist  jetzt  SchutzzollneriscK
geworden  nur  des  Zolles  wegen;  der  deutsche  Käufer  hat  keinen
Vorteil  davon.  Darin  zeigt  sich  eine  falsche  Wirtschaftspolitik.
Um  unseren  Außenhandel  in  Eisen  und  Stahl  noch  weiter
auszudehnen,  bedarf  es  nur  noch  eines:  regelmäßige  Dampferlinien ­
  nach'  allen  Teilen  der  Welt.  Wir  dürfen  ja  niemals  auf  solche
Verkehrsleichtigkeit  rechnen,  wie  sie  Großbritannien  besitzt,  da
dieses  eine  ungeheure  Masse  solcher  Güter  aus  verschiedenen
Teilen  der  Welt  erhält,  die  wir  Amerikaner  glücklicherweise  zu
Hause,  in  unserem  eigenen  Lande,  erzeugen 1 .  Infolgedessen  finden,
englische  Schiffe  leicht  Cargos  für  den  Heimweg;  die  Frachten
sind  daher  billiger;  doch  selbst  dieses  zu  unserem  Nachteil  obwaltende ­
  Verhältnis  vermögen  wir  durch  kleinere  Preise  für  unsere
Erzeugnisse  wieder  auszugleichen.  Wenn  wir  unseren  Vereinigten
Staaten  die  ihnen  zukommende  Stellung  als  die  Schiffsbauer  der
ganzen  Welt  wieder  verschaffen  könnten,  würde  unsere  Aufmerksamkeit ­
  sich'  sehr  bald  der  Errichtung  regulärer  Dampfschifflinien
zuwenden,  und  das  eben  besprochene  Hindernis  müßte  dann
schwinden.  Schön  jetzt  nimmt  unser  Ausfuhrhandel  solchen  Umfang ­
  an,  daß  er,  wie  leicht  ersichtlich,  verschiedene  neue  Dampferlinien ­
  durchaus  rechtfertigt;  nach  und  nach  werden  wir  auch  in
dieser  Richtung  weitere  Fortschritte  machen.  Ich  habe  die  Wichtigkeit ­
  einer  Schiffswerft  in  Neuyork  nachdrücklichst  betont;  sie
Carnegie,  Kaufmanns  Herrschgewalt.  13

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