Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

Tauschhandel.

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nahm:  ob  Weizen,  Roggen  oder  Kartoffeln,  da  er  alle  diese  Artikel ­
  in  die  Stadt  sandte  und  seine  eigenen  Bedürfnisse  damit
decken  konnte.  Der  Landwirt  vermochte  sogar  die  Löhne  seiner
Arbeiter  in  Anweisungen  für  Artikel  bei  dem  Ladeninhaber  zu
zahlen.  Wie  man  sieht,  erscheint  bis  dahin  noch  kein  Geld.  Austausch ­
  von  Artikeln  ist  alles.  Das  ganze  System  ist  sehr  ungeschickt ­
  und  kostspielig,  da  die  in  Tausch  gegebenen  landwirtschaftlichen ­
  Artikel  hin  und  her  geschleppt  wurden  und  ihren
Wert  stets  wechselten.
Heute  ist  der  Ladeninhaber  bereit,  sagen  wir,  einen  Scheffel
Weizen  für  so  und  so  viele  Pfund  Zucker  einzutauschen,  morgen
oder  bei  einem  folgenden  Besuch  des  Landwirts  ist  es  ihm  vielleicht ­
  nicht  mehr  möglich,  ein  Gleiches  zu  tun;  er  fordert  vielleicht
eine  größere  Quantität  Weizen  für  dieselbe  Quantität  Zucker.
Andrerseits  wird  der  Ladeninhaber,  wenn  der  Weizenmarkt  steigt,
nicht  weniger  Weizen  verlangen  als  zur  Zeit,  da  der  Weizen  billiger
war.  Und  ganz  dasselbe  zeigt  sich  bei  allen  Artikeln,  die  der
Ackerbauer  anbieten  kann.  Sie  alle  steigen  im  Wert,  geradeso
wie  Tee  und  Kaffee,  Zucker  und  Kleidungsstücke,  Stiefel  und
Schuhe,  was  alles  der  Ladeninhaber  zum  Tausche  bereit  hält.
Es  braucht  nicht  besonders  hervorgehoben  zu  werden,  daß;
bei  all  solchem  Tauschhandel  der  Ladeninhaber  einen  Vorteil  über
den  Ackerbauer  besitzt.  Er  kennt  die  Marktpreise  sowie  deren
Steigen  und  Fallen  lange  vor  dem  Ackerbauer,  und  er  versteht
sich  auf  die  Zeichen  der  Zeit  besser  als  irgendeiner  seiner  Kunden.
Der  gerissene  Ladeninhaber  hat  immer  die  beste  Geschäftskenntnis.
Ich  möchte  gerade  hier  darauf  besonders  aufmerksam  machen,  daß
der  Ladeninhaber  selbstverständlich  einen  landwirtschaftlichen  Artikel ­
  dem  anderen  vorzieht.  Dieser  Artikel  wird  stets  der  sein,  für
welchen  der  Ladeninhaber  die  besten  Abnehmer  hat,  also  das
Meistverlangte.  In  den  einzelnen  Teilen  des  Landes  wurden  verschiedene ­
  Artikel  als  „Geld'  besonders  geeignet  gefunden.  Weizen
war,  um  als  Geld  benutzt  zu  werden,  ebenso  gut  wie  Weizen  überhaupt, ­
  unabhängig  von  jeder  gesetzlichen  Vorschrift.  Das  Volk
hatte  sich  für  Weizen  entschieden  und  erhob  Weizen  zu  Geld.
Weil  Tabak  die  hauptsächlichste  Frucht  in  Virginien  war,  hielt
es  das  Volk  für  das  beste,  dem  Tabak  den  Charakter  des  Geldes
            
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